
Hornbach Holding wächst 2025/26 trotz Kosten: Umsatz +3,8% und Kursziel 90€ von Berenberg
Kurzüberblick
Die HORNBACH Holding AG & Co. KGaA hat das Geschäftsjahr 2025/26 (Bilanzstichtag: 28. Februar 2026) vorläufig und ungeprüft abgeschlossen: Der Nettoumsatz stieg um 3,8% auf 6.433,9 Mio. EUR. Damit blieb das Zahlenbild trotz eines schwierigen Konsum- und Kostenumfelds im Rahmen der Erwartungen, denn das bereinigte EBIT lag mit 264,7 Mio. EUR nur leicht unter dem Vorjahr (269,5 Mio. EUR).
Im vierten Quartal (Q4) zeigte sich jedoch der Ergebnisdruck deutlicher: Das bereinigte EBIT sank auf -34,8 Mio. EUR (Vorjahr: -30,5 Mio. EUR). Parallel dazu erhöhte ein Analystenhaus das Kursziel: Berenberg hob am 26.03.2026 das Ziel für HORNBACH Holding von 88 EUR auf 90 EUR bei Hold.
Marktanalyse & Details
Finanzkennzahlen: Umsatz wächst, Ergebnis bleibt nahe am Vorjahr
Die Entwicklung wirkt insgesamt stabil: Der Konzernumsatz stieg auf 6.433,9 Mio. EUR (+3,8%). Besonders wichtig ist dabei die Struktur: Rund 95% des Gruppenumsatzes entfallen auf den Bereich HORNBACH Baumarkt, der um 4,0% zulegte. Auf vergleichbarer Fläche wuchs der Umsatz um 2,4%.
- Q4-Umsatz: 1.296,1 Mio. EUR (+3,8%)
- Bereinigtes EBIT (GJ): 264,7 Mio. EUR (-1,8%)
- Bereinigtes EBIT (Q4): -34,8 Mio. EUR (gegenüber -30,5 Mio. EUR im Vorjahr)
- Bereinigte EBIT-Marge: 4,1% (Vorjahr: 4,3%)
Die stabile Handelsspanne blieb ein zentraler Stabilitätsanker: Die Handelsspanne lag erwartungsgemäß bei 35,0%. Das Rohertragswachstum von +4,1% konnte die Kostensteigerungen jedoch nicht vollständig neutralisieren.
Profitabilität: Kostenanstieg trifft auf schwächere Quartalsdynamik
Als wesentliche Treiber der Ergebnisbelastung nennt das Unternehmen vor allem gestiegene Personalkosten (+4,5%), verursacht sowohl durch Gehaltssteigerungen als auch durch die Aufstockung des Teams im Zuge der Expansion. Zusätzlich belasteten höhere Betriebs- und Sachkosten, insbesondere für Instandhaltung und IT-Infrastruktur.
Für Anleger ist der Mix entscheidend: Im Jahresbild bleibt das bereinigte EBIT nahezu konstant, im Quartalsbild verschärft sich die Schwäche sichtbar. Das deutet darauf hin, dass Kostenhebel und operative Effekte saisonal stärker wirken können als reine Umsatzimpulse.
Wachstumstreiber: Marktanteile, Online-Anteil und neue Standorte
Beim Wachstum stützt HORNBACH insbesondere die Kombination aus Filialausbau, Online-Kapazität und Standortstärke. Im Bereich HORNBACH Baumarkt wuchs der Umsatz auf 6.081,7 Mio. EUR (+4,0%). Treiber war vor allem eine höhere Kundenfrequenz von +3,0%. Auch die Flächenproduktivität blieb hoch: 2.903 EUR Umsatz pro Quadratmeter (Vorjahr: 2.849 EUR).
- Online-Anteil: 12,7% des Teilkonzernumsatzes (Vorjahr: 12,3%)
- Online-Umsatz: +7,1% auf 771,4 Mio. EUR
- Internationaler Anteil am Konzernumsatz: 53,2% (Vorjahr: 52,4%)
Zusätzlich stützen Marktanteilsgewinne die These einer resilienten Nachfragebasis: In Deutschland stieg der Anteil auf 15,7% (Vorjahr: 15,2%); auch in mehreren europäischen Ländern legte HORNBACH zu, etwa Niederlande: 29,4% (28,1%) und Tschechien: 38,8% (37,7%).
Operativ investierte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025/26 in vier neue Baumarkt-Standorte (u. a. Duisburg, Bukarest-Colentina, Eisenstadt, Timioara). Zum 28.02.2026 betrieb HORNBACH Baumarkt insgesamt 173 Bau- und Gartenmärkte sowie drei Fachmärkte für Bodenbeläge (BODENHAUS) und Onlineshops in neun Ländern. Die geplante Expansion nach Serbien wird als nächster Wachstumsschritt beschrieben.
Analysten-Einordnung
Die Kombination aus stabiler Bruttomarge (35,0%), Marktanteilsgewinnen und einem nahezu unveränderten Jahres-EBIT erklärt die leichte Zielanpassung nach oben. Für Anleger bedeutet das: HORNBACH zeigt im laufenden Geschäft weiterhin eine operative Robustheit, die in einem schwankenden Konsumumfeld Wert schafft. Gleichzeitig bleibt der Grund für den Hold-Charakter nachvollziehbar: Der Ergebnisruck im Q4 sowie die erkennbaren Kostenrisiken (Personal, IT, Instandhaltung) erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Hebel „Umsatzwachstum“ nicht unmittelbar in eine überproportionale Ergebnisbeschleunigung übersetzt.
In der Praxis sprechen die Zahlen damit für eine Aktie, die eher über Planbarkeit als über kurzfristig steigende Ergebnisraten überzeugt – genau das spiegelt sich typischerweise in konservativen Kurszielanpassungen wider statt in aggressiven Re-Ratings.
Einordnung des Baustoffgeschäfts: Schwacher Bausektor dämpft
Die HORNBACH Baustoff Union trug mit 352,4 Mio. EUR zum Gruppenumsatz bei (Vorjahr: 357,1 Mio. EUR). Die Nachfrage wurde weiterhin durch die schwache Entwicklung im deutschen Bausektor beeinträchtigt. Operativ umfasst das Geschäft 39 Niederlassungen; zum 01.03.2026 wurde zudem ein weiterer Standort in Sankt Wendel übernommen. Für den Konzern bleibt damit zentral, dass das Baumarktsegment die Ergebnisstabilität stärker dominiert als das Baustoffgeschäft.
Fazit & Ausblick
HORNBACH beendet 2025/26 mit wachsendem Umsatz und stabiler Handelsspanne, während der Kostenanstieg das Quartalsergebnis stärker belastete. Für die nächsten Schritte wird entscheidend sein, ob das Unternehmen die Effekte aus Personal, IT und Instandhaltung weiter in die Profitabilität übersetzen kann – insbesondere in den saisonal schwächeren Phasen.
Am 19. Mai 2026 veröffentlicht HORNBACH die geprüften Jahreszahlen 2025/26 sowie Details zur Umsatz- und Ertragsprognose 2026/27. Bis dahin dürften Marktteilnehmer besonders darauf schauen, ob sich die EBIT-Dynamik im Jahresvergleich bestätigt oder ob die Kostenentwicklung spürbarer nachzieht.
