First Majestic zahlt Dividende nach Q2: Umsatz +57%, EPS verfehlt Erwartungen – Details für Anleger
Kurzüberblick
First Majestic Silver hat am 30. Juli 2026 seine vorläufigen Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 (Stichtag 30. Juni 2026) veröffentlicht und zugleich eine vierteljährliche Dividende angekündigt. Im Fokus stehen dabei ein kräftiger Umsatzanstieg, eine hohe Cash-Generierung sowie eine verbesserte Ergebnissituation – bei gleichzeitigem Hinweis auf die Erwartungen am Kapitalmarkt.
An der Börse zeigt sich die Gemengelage: Die Aktie notiert bei 12,95 EUR und liegt am Tag mit (–2,48%) im Minus, während die YTD-Entwicklung bei (–11,3%) liegt. Für Anleger ist damit entscheidend, ob der operative Hebel (Preise/Margen) in den nächsten Quartalen auch die Gewinnschätzungen wieder trifft.
Marktanalyse & Details
Finanzkennzahlen: Starker Umsatzzuwachs, aber EPS unter Konsens
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz auf 415,5 Mio. US-$ (+57% im Jahresvergleich). Der Nettogewinn lag bei 109,4 Mio. US-$; das Ergebnis je Aktie (EPS) betrug 0,22 US-$. Der freie Cashflow erreichte 194,6 Mio. US-$ (nach gezahlten Einkommensteuern in bar von 46,8 Mio. US-$).
Einordnung zum Markt: Verfehlen der Analystenschätzungen
Trotz der operativen Fortschritte lag das angegebene EPS von 0,21 US-$ unter den Analystenerwartungen von 0,26 US-$. Auch der Umsatz blieb mit 415,5 Mio. US-$ unter der erwarteten Marke von 432 Mio. US-$. Dies deutet darauf hin, dass der Kapitalmarkt weniger das „Ob“ (Gewinnwachstum) bewertet, sondern stärker darauf schaut, wie genau sich Ertragskraft und Realisierungsraten im Verhältnis zum Konsens entwickeln.
Operatives Bild: Produktion steigt moderat – Marge gewinnt
First Majestic meldete Produktionssteigerungen: Die Silberproduktion stieg um 3% und die Goldproduktion um 2% gegenüber dem Vorjahresquartal. Gleichzeitig brachte die konsequente Ausrichtung auf operative Effizienz eine deutlich bessere Marge im Jahresvergleich.
- EBITDA: 252,3 Mio. US-$ (rund +110% im Jahresvergleich)
- Betriebsergebnis aus dem Bergbaubetrieb: 223,6 Mio. US-$ (starkes Plus gegenüber dem Vorjahr)
- AISC-Marge (Ergebniskennzahl): 40,27 US-$ pro Unze AgÄq nach 13,60 US-$ im Vorjahr
Positiv wirkt hier vor allem die Marge: In der Logik vieler Rohstoffwerte ist das „Marge-Upgrade“ oft entscheidend, weil es die Volatilität von Preisen teilweise abfedern kann. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass das Geschäftsmodell derzeit mehr Preissignal als Kostendruck zeigt – allerdings bleibt die Ergebnisqualität abhängig von realisierten Preisen und Produktions-/Kostenpfaden.
Kosten & Widerspruchspotenzial: Cash-Kosten höher als im Vorjahr
Trotz verbesserter AISC-Marge stiegen die ausgewiesenen Kosten im Jahresvergleich: Die Cash-Kosten lagen bei 18,06 US-$ je zurechenbarer AgÄq-Unze (gegenüber 15,08 US-$), die AISC bei 25,68 US-$ (gegenüber 21,02 US-$). Das Unternehmen verwies zugleich darauf, dass diese Kennzahlen unter den eigenen Prognosen lagen.
Als Treiber nennt das Management unter anderem höhere Auftragnehmer-, Transport- und Instandhaltungskosten sowie Reagenzien; zusätzlich habe sich das mexikanische Peso im Durchschnitt gegenüber dem US-Dollar stärker gezeigt. Das ist für die Interpretation wichtig: Selbst wenn die Marge im Ergebnis steigt, können Kostenpfade bei wechselnden Währungs-/Preisbedingungen schnell wieder drehen.
Bilanz & Kapitalrückführung: Rekordliquidität, Dividende und Rückkauf
Ein zentrales Signal für Stabilität ist die Liquidität: First Majestic beendete das Quartal mit 1.252,7 Mio. US-$ an Barmitteln und Kassenbeständen (davon 159,4 Mio. US-$ mit Verfügungsbeschränkung). Das Working Capital erreichte 876,0 Mio. US-$; die gesamte Liquidität (Working Capital plus nicht in Anspruch genommene Kreditlinien) lag bei 1.035,8 Mio. US-$.
- Dividende: 0,0152 US-$ je Stammaktie für das 2. Quartal 2026; Auszahlung voraussichtlich am oder um den 31. August 2026, Stichtag 14. August 2026
- Rückkauf: Im Quartal wurden 1.200.000 Stammaktien für 22,7 Mio. US-$ (durchschnittlich 26,18 CAD$ je Aktie) zurückgekauft und eingezogen
Analysten betrachten solche Kapitalmaßnahmen häufig als „Qualitätsfilter“: Eine Dividende wirkt nachhaltiger, wenn sie durch wiederkehrenden Cashflow getragen wird. Der freie Cashflow von 194,6 Mio. US-$ gibt dafür derzeit Rückenwind – gleichzeitig sollte der Blick bleiben auf Kostenentwicklung (Cash-Kosten/AISC) und darauf, wie stark künftige Quartale von realisierten Metallpreisen profitieren.
Produktion vs. Umsatz: Lageraufbau spielt mit rein
Das Unternehmen hielt zum 30. Juni 2026 Fertigprodukte in Höhe von 1.007.450 Unzen Silber und 4.730 Unzen Gold. Der Marktwert dieses Bestands lag bei 78,0 Mio. US-$ und floss damit nicht in den Quartalsumsatz ein. Das kann erklären, warum der Umsatz zwar stark wächst, aber bei der exakten Erwartungshöhe nicht vollständig „glatt“ läuft.
Fazit & Ausblick
First Majestic zeigt im Q2 2026 ein klares Muster: starker Cashflow, verbesserte Marge und steigende Liquidität – allerdings mit einem EPS-/Umsatzniveau, das unter den Analystenerwartungen blieb. Für Anleger spricht das für eine konstruktive, aber erwartungsabhängige Lage: Entscheidend wird, ob sich die Marge weiter stabilisiert und ob Kosten und Realisierungsraten im nächsten Quartal den Konsens erneut übertreffen.
Am 30. Juli 2026 findet zudem um 8:30 Uhr PT / 11:30 Uhr ET die Telefonkonferenz statt, in der das Unternehmen die Produktions- und Finanzergebnisse sowie eine aktualisierte Prognose für 2026 erläutern will.
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