
First Majestic plant Jerritt-Canyon-Restart: 75 Mio. USD, Vormachbarkeitsstudie bis Q4/2026
Kurzüberblick
First Majestic Silver Corp. treibt die Wiederaufnahme der Goldproduktion an der Mine Jerritt Canyon im US-Bundesstaat Nevada voran. Das Unternehmen kündigte am 2. April 2026 einen konkreten Restart-Plan an, der auf verbesserten Mineralressourcen, neuen Bohrergebnissen und angepassten Annahmen zu den langfristigen Goldpreisen basiert.
Kernpunkt des Programms: First Majestic will 2026 insgesamt 75 Millionen US-Dollar investieren. Eine von Stantec beauftragte Vormachbarkeitsstudie soll voraussichtlich im vierten Quartal 2026 abgeschlossen sein. Der Produktionsstart ist für die zweite Hälfte des Jahres 2027 vorgesehen – mit dem Ziel, Tagebaupotenzial (Large-Tonnage) mit dem bestehenden Untertagebau zu kombinieren.
Marktanalyse & Details
Kapitalplan und Zeitachse
Der Restart-Ansatz ist klar auf einen wirtschaftlich stabilen Betrieb ausgerichtet: First Majestic nennt als Hauptbausteine technische Modernisierungen, die Wiederherstellung bzw. Ertüchtigung kritischer Infrastruktur sowie ein Explorations- und Entwicklungsprogramm, das die Basis für die Abbauplanung auf Vormachbarkeitsniveau liefert.
- 75 Mio. USD Investitionen im Jahr 2026
- Fertigstellung Vormachbarkeitsstudie: voraussichtlich Q4 2026
- Start der Produktion: zweite Jahreshälfte 2027
- Fortschrittsberichte sowie ein überarbeitetes Investitionsbudget im Rahmen des für Juli 2026 geplanten Prognose-Updates
Ressourcenbasis als wirtschaftlicher Hebel
Jerritt Canyon ist laut Unternehmen vollständig genehmigt und verfügt über vorhandene Infrastruktur, darunter eine von nur drei zugelassenen Goldverarbeitungsanlagen in Nevada, die Röstanlagen nutzt und über eine Kapazität von rund 4.000 Tonnen pro Tag verfügt. Für den Restart spielen dabei die zuletzt erweiterten Ressourcen eine Schlüsselrolle: First Majestic verweist auf eine neue Ressourcenbasis mit 4,1 Millionen Unzen Gold in den Kategorien „nachgewiesen und angedeutet“ sowie 3,7 Millionen Unzen als „vermutete“ Mineralressourcen (Stichtag: Jahresende 2025).
Besonders betont wird die hohe Sensitivität des Projekts gegenüber Optionen für kostengünstigen Tagebau mit großen Tonnagen. Die geplante Studie soll deshalb nicht nur den technischen Pfad festlegen, sondern auch die optimierte Abbau-Reihenfolge zwischen Tagebau- und Untertageanteil ausloten, um eine nachhaltige Langfristproduktion zu unterstützen.
Bohr- und Entwicklungsprogramm 2026
Parallel zur Abbauplanung laufen in 2026 sowohl operative Vorbereitungen als auch definierte Mess- und Erkundungsschritte. First Majestic plant im zweiten Quartal 2026 den Start von Arbeiten zur Eröffnung und Sanierung der Untertageminen Smith und SSX.
- ca. 600 m untertägige Erweiterungsarbeiten und 19.000 m Untertagebohrungen (Smith/SSX)
- weitere 23.000 m Übertagebohrungen zur Abgrenzung oberflächennaher Tagebau-Ressourcen
- zusammen ergibt sich ein Bohrvolumen von etwa 42.000 m im Jahr 2026
- zusätzlich: Beschaffung des ersten Fahrzeugbestands für den Untertageabbau, Modernisierung der Aufbereitungsanlage sowie Bau eines neuen Tiefbrunnens zur Frischwasser-Versorgung
Analysten-Einordnung: Chancen und harte Prüfsteine
Die Kombination aus hoher Ressourcenbasis, vorhandener Verarbeitungsinfrastruktur und einem explizit auf „Large-Tonnage“-Tagebau ausgerichteten wirtschaftlichen Szenario deutet darauf hin, dass First Majestic den Restart nicht als reine Reaktivierung, sondern als gezielte Neupositionierung mit Hebelwirkung plant. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Jerritt Canyon mittelfristig wieder Produktionsbeiträge liefern kann, steigt mit dem Fortschritt der Vormachbarkeitsstudie – gleichzeitig bleibt das Projekt bis zur Ableitung belastbarer Wirtschaftlichkeitsparameter (und späterer Reserven-Umwandlung) ein klarer Execution- und Rohstoffpreis-Risiko-Fall. Insbesondere die Abhängigkeit von Cutoff-Annahmen und der tatsächlichen Erzverteilung im Tagebau-Setup werden ein zentraler Prüfstein sein.
Warum der Restart im Portfolio zählt
Jerritt Canyon ergänzt First Majestics bestehenden Fokus auf Silber- und Goldproduktion in Mexiko sowie das Projekt- und Explorationsportfolio. Durch die geplante Wiederaufnahme in Nevada erhöht sich die operative Option, Goldproduktion über einen zusätzlichen, vollständig genehmigten Standort zu skalieren. Gleichzeitig schafft die Integration von Tagebau- und Untertageperspektive potenziell mehr Flexibilität bei Kapazitäts- und Kostenstruktur – ein Vorteil, wenn sich Metallpreise oder Betriebsparameter kurzfristig verändern.
Fazit & Ausblick
First Majestic setzt mit dem 75-Millionen-US-Dollar-Restartprogramm für Jerritt Canyon auf einen klaren Zeitplan: Vormachbarkeitsstudie bis Q4 2026, Ziel-Produktionsstart H2 2027. Entscheidend wird sein, ob die in der Ressourcenbasis angelegte Tagebau-Option in ein belastbares wirtschaftliches Design überführt wird.
Für Marktteilnehmer stehen als nächste Meilensteine vor allem Fortschrittsberichte im Jahr 2026 sowie das überarbeitete Investitionsbudget im Juli 2026 an – dort dürfte sich zeigen, wie konsistent der technische und finanzielle Pfad bis zum Produktionsstart ist.
