First Majestic hebt 2026-Produktions- und Kostenprognose nach Q2 an: Silber bis 15,5 Mio. Unzen
Kurzüberblick
First Majestic Silver Corp. hat am 10. Juli 2026 seine Produktionsergebnisse für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht und zugleich die Prognose für das Gesamtjahr 2026 aktualisiert. Im Fokus stehen dabei vor allem höhere Silber- und Goldmengen sowie ein weiteres Vorrücken der Ausbaumaßnahmen an den mexikanischen Minenstandorten Santa Elena und Los Gatos.
Für Anleger ist die Entwicklung besonders relevant, weil das Unternehmen sowohl die Produktionsziele als auch den Kostenrahmen für 2026 nach oben angepasst hat. Die Aktie notiert aktuell bei 15,02 Euro, nachdem sie am Berichtstag um 0,17 Prozent zugelegt hat und seit Jahresanfang 2,88 Prozent im Plus liegt.
Marktanalyse & Details
Q2-Produktionszahlen im Überblick
- Silber: 3,8 Millionen Unzen im zweiten Quartal 2026, rund 3 Prozent über dem Vorjahr; der Anstieg wird insbesondere mit starken Leistungen bei La Encantada und Santa Elena begründet.
- Gold: 34.660 Unzen, etwa 2 Prozent über dem Vorjahr, getrieben vor allem durch Santa Elena.
- Weitere Metalle: 16,5 Millionen Pfund Zink, 9,0 Millionen Pfund Blei sowie 252.938 Pfund Kupfer.
Auf Minenebene stechen zwei Effekte heraus: Santa Elena lieferte mit 422.571 Unzen Silber einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr und zugleich einen neuen Quartalsrekord bei der Erzverarbeitung. La Encantada erhöhte die Silberproduktion stark, während Los Gatos durch einen Steinschlag und Wartungsarbeiten bei der operativen Leistung temporär gebremst wurde, später aber teilweise kompensieren konnte.
Aktualisierte 2026-Prognose: mehr Output, aber auch höherer Kostenrahmen
First Majestic hat seine Schätzungen für 2026 in mehreren Punkten angehoben. Die zentrale Gesamtbandbreite für die anteilsmäßig konsolidierte Produktion steigt auf 14,6 bis 15,5 Millionen Unzen Silber, was einem Plus von 10 Prozent gegenüber der ursprünglichen Prognose entspricht. Beim Gold rechnet das Unternehmen nun mit 128.000 bis 135.000 Unzen, ebenfalls ein Anstieg.
- Santa Elena: Goldprognose von 72.000 auf 76.000 Unzen erhöht; Silber bleibt bei 1,4 bis 1,5 Millionen Unzen, am oberen Ende der ursprünglichen Spanne.
- Los Gatos: anteilmäßige Silberprognose auf 5,1 bis 5,5 Millionen Unzen erhöht; Ziel bleibt, im zweiten Halbjahr 2026 eine Durchsatzleistung von 4.000 tpd zu erreichen und zu halten.
- San Dimas: Silberprognose auf 4,6 bis 4,9 Millionen Unzen angehoben, hauptsächlich wegen höherer Durchsatzleistung.
- La Encantada: Silberprognose auf 3,4 bis 3,6 Millionen Unzen erhöht; Treiber sind höhere Durchsatzleistung und etwas bessere Silberausbeuten.
Auch auf der Kostenseite bleibt die Botschaft klar: Das Management erwartet für 2026 höhere Cash-Kosten und einen breiteren AISC-Korridor. Für die konsolidierten Cash-Kosten liegt die Spanne bei 19,27 bis 19,85 US-Dollar pro Unze AgÄq. Die AISC werden bei 27,69 bis 28,77 US-Dollar pro Unze AgÄq erwartet.
Damit verschiebt sich der Schwerpunkt für Investoren von der reinen Fördermenge hin zur Frage, wie stabil die Margen bleiben, wenn Metallpreise und Wechselkursbewegungen auf die Kostenstruktur wirken.
Investitionsschub und operativer Fahrplan
First Majestic hat das Kapitalbudget für 2026 auf 318 bis 344 Millionen US-Dollar angehoben, ein Plus von 47 Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung. Die Mittel sollen primär in Erschließung, Anlagenkapazitäten sowie die Wiederinbetriebnahme von Jerritt Canyon fließen.
- Jerritt Canyon Wiederinbetriebnahme: 75 Millionen US-Dollar.
- Santa Elena Portalbau Santo Niño und Navidad: zusätzliche 12 Millionen US-Dollar.
- Erweiterungen in Mexiko: laufende Projekte an den Verarbeitungsanlagen und Bergbaubetrieben bei Santa Elena sowie Los Gatos sollen voraussichtlich im dritten Quartal abgeschlossen werden.
Analysten-Einordnung
Die Kombination aus angehobenen Förderzielen und gleichzeitig höheren erwarteten AISC deutet darauf hin, dass First Majestic zwar operativ liefert, die Kostenkurve aber in Abhängigkeit von Projektfortschritt, eingesetzten Mengen und Inputkosten bleibt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Der operative Hebel durch höhere Durchsätze und bessere Ausbeuten ist sichtbar, doch die Renditewahrnehmung wird stärker davon abhängen, ob die Kostensenkungsprogramme und Effizienzgewinne die zusätzlichen Investitions- und Betriebsaufwendungen mittelfristig überkompensieren. Besonders relevant wird die Umsetzung der Durchsatz-Ziele bei Los Gatos im zweiten Halbjahr, weil dort der Übergang von Zwischenverbesserungen zu stabilen Volumina direkten Einfluss auf die Stückkosten haben kann.
Sicherheit, operative Unterbrechungen und CFO-Wechsel
- Sicherheit: TRIFR bei 0,63 leicht über dem KPI für 2026 von 0,60; LTIFR bei 0,08 unter dem KPI von 0,12.
- Operative Herausforderungen: Bei Los Gatos führten Steinschlag und Wartungsarbeiten zu weniger verarbeiteten Tonnen; San Dimas war zeitweise durch Verzögerungen im Zusammenhang mit Verhandlungen mit Arbeitnehmern sowie einen Geräteausfall betroffen, anschließend wieder aufgenommen.
- Management: Neil Beaumont wurde mit Wirkung zum 2. Juli 2026 zum Chief Financial Officer ernannt.
Portfolio- und Kapitalallokation: Verkauf San Martin als Ergänzung zur Wachstumsstrategie
Flankierend zum Produktionsupdate kündigte das Unternehmen bereits Ende Juni die Veräußerung seiner ehemals produzierenden Silbermine San Martin an, die am 7. Juli 2026 final vereinbart wurde. Der Gesamterlös beträgt 90 Millionen US-Dollar als Barzahlung, mit einem erwarteten Abschluss im vierten Quartal 2026 nach üblichen Bedingungen und Genehmigung durch die mexikanische Kartellbehörde.
Fazit & Ausblick
Für die nächsten Wochen dürfte entscheidend sein, ob First Majestic die angekündigten Effizienz- und Durchsatzfortschritte auch in den finanziellen Ergebnissen untermauert. Die Projekte zur Erweiterung der Verarbeitungsanlagen und Minenstandorte laufen weiter, mit Abschluss im dritten Quartal als Orientierungspunkt.
Nächste Termine: Am 30. Juli 2026 veröffentlicht First Majestic die ungeprüften Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 und informiert im Rahmen einer Telefonkonferenz und eines Webcasts um 8:30 Uhr PT beziehungsweise 11:30 Uhr ET über Produktions- und Finanzkennzahlen sowie die aktualisierte 2026er Prognose. Zusätzlich sollen Details zur Dividendenzahlung für das zweite Quartal 2026 kommuniziert werden.
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