
Deutsche Telekom im Aufwind: Morgan Stanley erhöht Kursziel auf 40 Euro – T-Mobile Wachstum im Fokus
Kurzüberblick
Der US-Investmentbanker Morgan Stanley hat das Kursziel für die Deutsche Telekom AG um 5% angehoben und gleichzeitig die Einstufung bekräftigt. Im Blick steht dabei vor allem eine erwartete Beschleunigung der Ergebnisentwicklung bei T-Mobile US, an dem der Konzern rund 52% hält.
Die Zielmarke wurde auf 40 Euro (zuvor 38 Euro) erhöht. Bezogen auf den Schlusskurs vom 26. März von 31,95 Euro entspricht das einem möglichen Kursplus von nahezu 25%. Der Schritt folgt auf die Full-Year-Zahlen 2025 der Telekom.
Marktanalyse & Details
Kursreaktion und Kontext für Investoren
Die Aktie liegt zwar über mehrere Monate unter den Vorbildern im europäischen Telekomsektor: Über die letzten 12 Monate bis zum 24. März verbuchte sie ein Minus von 0,9% und damit eine Schwäche gegenüber etwa Vodafone und Orange. Gleichzeitig zeigt sich für 2026 ein klarer Aufwärtstrend: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 17,6% gegenüber dem breiteren europäischen Markt, der in der betrachteten Phase um rund 19 Prozentpunkte schwächer abgeschnitten habe.
Warum Morgan Stanley das Kursziel anhebt: T-Mobile US als Wachstumstreiber
Das zentrale Bewertungsargument ist der erwartete Rebound bei T-Mobile US. Für 2026 rechnet Morgan Stanley mit einer Beschleunigung des EBITDAaL-Wachstums auf etwa 8,5% nach rund 5,5% im Jahr 2025 – ohne Effekte aus dem Ausschluss von US Cellular. Auf Quartalsebene wird zudem ein sichtbar schnellerer Verlauf erwartet: Das gemeldete EBITDA-Wachstum soll von etwa 7% im vierten Quartal 2025 auf mehr als 9% im ersten Quartal 2026 anziehen.
- Synergie-Logik durch US-Celullar-Deal: Erwartet werden rund 1 Mrd. US-Dollar an operativen Kosteneffekten; das könne das US-EBITDAaL bis zur vollständigen Realisierung bis Mitte 2027 um etwa 3% stützen.
- Operative Fortschritte auf Konzernebene: Beim sequenziellen Vergleich zeigte sich eine Verbesserung: Adjustiertes Gruppen-EBITDAaL stieg im vierten Quartal 2025 um 5,6% nach 2,9% im dritten Quartal.
Planungssicherheit in Deutschland und neue Schätzungen
Für die Heimatregion nennt die Telekom eine Guidance für das inländische EBITDAaL von 11 Mrd. Euro im Jahr 2026, was einem Wachstum von etwa 2,9% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Morgan Stanley passte zudem die deutschen Kennzahlen an: Die Schätzungen für das deutsche EBITDAaL wurden über den Prognosezeitraum um etwa 50 Basispunkte nach oben genommen.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass der Markt die Ergebnisqualität der Telekom stärker an den US-Zwischenergebnissen koppelt – und weniger an kurzfristigen Schwankungen in Europa. Für Anleger bedeutet das: Entscheidend wird sein, ob T-Mobile US die erwartete Dynamik beim EBITDAaL nicht nur erreicht, sondern auch nachhaltig über mehrere Quartale bestätigt. Die Bewertung bleibt dabei zwar anspruchsvoll, wirkt aber vor allem dann plausibel, wenn sich die Synergie- und Margenannahmen aus dem US-Portfolio wie geplant entwickeln.
Bewertung, Dividende und erwartete Ergebniskennzahlen
Die angehobenen Erwartungen spiegeln sich in der Modellierung wider:
- Gruppen-EBITDAaL: 46,5 Mrd. Euro (2026) und 49,9 Mrd. Euro (2027)
- EPS-Prognose: 1,93 Euro (2026) und 2,50 Euro (2027)
- Kurs-Gewinn-Verhältnis: rund 16,7 auf Basis der 2026er-Schätzungen
- Dividendenrendite: etwa 3,6% (2026), steigend auf 4,2% (2027)
Für die Ausschüttung ist zudem ein konkreter Termin relevant: Die Telekom soll die Dividende für 2025 in der frühen Aprilwoche 2026 mit 1 Euro je Aktie auszahlen.
Innerhalb des Bewertungsspektrums nennt Morgan Stanley als bull case einen fairen Wert von 46 Euro, als bear case 25 Euro – jeweils abgeleitet aus verschiedenen Annahmen zur Kapitalmarktkennzahl EV/EBITDA für 2027.
Auch die Marktkonsenssicht zeigt Optimismus: Der Konsenspreis liegt bei 36,94 Euro, alle Analysten in der Abdeckung werden dabei als „overweight“ geführt.
Fazit & Ausblick
Die Anhebung des Kursziels unterstreicht, dass die Telekom-Bewertung derzeit wesentlich vom Erholungspfad bei T-Mobile US abhängt. Für die nächsten Schritte rücken damit vor allem die künftigen Quartalsdaten aus den USA sowie der weitere Fortschritt bei den Kosten- und Synergieeffekten in den Fokus. Kurzfristig bleibt außerdem die Dividendenzahlung Anfang April 2026 ein wichtiger Sentiment-Treiber.
Spannend wird, ob die erwartete EBITDAaL-Beschleunigung – insbesondere im Vergleich zwischen Q1 2026 und den Vorquartalen – das Vertrauen in die angepassten Gewinnpfade bestätigt.
