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Deutsche Rohstoff AG

Deutsche Rohstoff hebt 2026-Prognose deutlich an: EBITDA auf 290–310 Mio. EUR erwartet

Kurzüberblick

Die Deutsche Rohstoff AG hat am 1. April 2026 ihre Ergebnis- und Umsatzprognose für das Jahr 2026 deutlich nach oben angepasst. Für das EBITDA erwartet der Konzern nun im Basisszenario 290 bis 310 Mio. EUR (zuvor: 115 bis 135 Mio. EUR) – im erhöhten Szenario sogar 320 bis 340 Mio. EUR. Gleichzeitig soll der Umsatz auf 260 bis 280 Mio. EUR (zuvor: 170 bis 190 Mio. EUR) steigen.

Getrieben wird die Prognoseanhebung vor allem durch eine massive Ausweitung des Bohrprogramms bei der US-Tochter 1876 Resources sowie durch den Verkauf eines Teils der Beteiligung an Almonty Industries mit einem Gewinn von fast 100 Mio. EUR. Die Investitionssumme im Konzern klettert 2026 auf rund 220 bis 230 Mio. EUR. In Mannheim ordnet das Unternehmen die weitere Umsetzung dabei klar an die Entwicklung des weiterhin volatilen Öl- und Gasumfelds.

Marktanalyse & Details

Finanzielle Eckdaten: Guidance-Sprung mit klarer Szenario-Logik

Die neue Planung basiert auf zwei Preis- und Ergebniswelten. Während sich die Struktur der Annahmen ähnelt, verschiebt sich das Ergebnis deutlich durch höhere Commodity-Preise:

  • Basisszenario 2026: EBITDA 290–310 Mio. EUR, Umsatz 260–280 Mio. EUR
  • Erhöhtes Szenario 2026: EBITDA 320–340 Mio. EUR, Umsatz 290–310 Mio. EUR
  • Preisannahmen (Basis): WTI 75 USD/bbl, Gas 3,50 USD/MMBtu, EUR/USD 1,15
  • Preisannahmen (erhöht): WTI 85 USD/bbl, Gas 4,00 USD/MMBtu, EUR/USD 1,15

Damit steigt die Ergebnisführung gegenüber der bisherigen Bandbreite rechnerisch um ein Vielfaches. Auffällig ist auch: Der Umsatz wird im Basisszenario ebenfalls stark nach oben gesetzt – das stützt die Annahme, dass die Guidance nicht nur auf operativen Verbesserungen, sondern wesentlich auf höherer Ausbringung und besseren Marktpreisen fußt.

Operative Umsetzung: Bohrprogramm und Capex deutlich hochgefahren

Im Zentrum steht 1876 Resources. Dort wurde das Bohrprogramm Ende Februar gestartet und in der Folge beschleunigt – zuletzt durch die zusätzliche Verfügbarkeit eines weiteren Bohrgeräts. Künftig sollen damit mehrere Teilflächen parallel bearbeitet werden.

  • Capex 2026 Konzern: ca. 220–230 Mio. EUR (zuvor: 90–100 Mio. EUR)
  • Bohrungen: 26 Bruttobohrungen (ca. 18 Nettobohrungen) geplant
  • Produktionsfenster: Förderung soll in der zweiten Jahreshälfte über 20.000 BOEPD erreichen
  • Bohrgerät-Struktur: zeitweise drei Bohrgeräte im Einsatz, weitere Bohrphasen ab Q3

Hinzu kommt eine technische Verbesserung: Erstmals soll ein größeres Bohrgerät zum Einsatz kommen, um bis zu fünf Niobrara-Bohrungen mit bis zu fünf drei-Meilen-Laterals (4,8 km; zuvor zwei Meilen mit 3,2 km) abzuwickeln. Das zielt auf kosteneffizientere Ergebnisse ab – entscheidend, wenn höhere Investitionen auch nachhaltig in höhere Deckungsbeiträge übersetzt werden sollen.

Portfolio-Effekt: Almonty-Veräußerung liefert finanziellen Rückenwind

Neben dem operativen Hebel aus dem US-Bohrgeschäft nennt das Unternehmen den Verkauf von 9 Mio. Aktien an Almonty Industries. Der Erlös wird mit einem Gewinn von fast 100 Mio. EUR beziffert. Für Anleger ist vor allem relevant: Solche Gewinne stärken in der Regel die Liquiditäts- und Finanzierungsspielräume – auch wenn nicht jeder Einmaleffekt 1:1 in der operativen Ergebniskennzahl EBITDA abgebildet sein muss.

Analysten-Einordnung

Die Größenordnung der Guidance-Anhebung deutet darauf hin, dass Deutsche Rohstoff nicht nur von der aktuellen Rohstoffentwicklung profitieren will, sondern aktiv den operativen Hebel über zusätzliche Bohrkapazität verstärkt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung aber auch: Das Chancen-/Risiko-Profil verschiebt sich deutlich in Richtung Ausführungs- und Preisrisiko. Entscheidend wird sein, ob die geplanten Produktionsmeilensteine (Hochlauf ab zweiter Jahreshälfte) zeitlich wie erwartet eintreten und wie stabil die realisierten Preise gegenüber den verwendeten WTI-/Gas-/FX-Annahmen bleiben. Die explizite Betonung der Flexibilität bei der Bohrgerät-Auslastung sowie der fortlaufenden Hedging-Erweiterung wirkt hier zwar als Risikopuffer, ersetzt aber nicht die Notwendigkeit, dass das höhere Capex dauerhaft in bessere Ergebnisqualität überführt wird.

Fazit & Ausblick

Deutsche Rohstoff setzt 2026 auf einen klaren Mix aus mehr Bohraktivität, höheren Preisannahmen und zusätzlichem finanziellen Spielraum aus der Almonty-Teilveräußerung. Für den weiteren Kursverlauf dürfte vor allem zählen, ob das Unternehmen die neue Ergebnisbandbreite im Jahresverlauf durch den erwarteten Produktionshochlauf in der zweiten Jahreshälfte untermauert.

Wichtige Termine: Die Prognose für 2027 sowie weitere Details zur Guidance sollen im Zuge der Veröffentlichung des geprüften Konzernabschlusses und Geschäftsberichts am 23. April 2026 bekanntgegeben werden. Bis dahin sollten Anleger insbesondere die Entwicklung der Energiepreise, die konkrete Bohrfortschritts-Taktung und die Wirkung des erweiterten Hedging-Programms im Blick behalten.