Delivery Hero hebt Jahresprognose an: Umsatz- und EBITDA-Ziel steigen

Delivery Hero SE AI Generated

Kurzüberblick

  • Delivery Hero steigert den Umsatz im zweiten Quartal 2026 auf 4,02 Mrd. Euro und den GMV auf 13,2 Mrd. Euro.
  • Das Unternehmen hebt die Prognose für GMV, Umsatz, bereinigtes EBITDA und Free Cash Flow an.
  • Der Free Cash Flow verbessert sich im ersten Halbjahr auf 348 Mio. Euro, nach einem negativen Wert von 8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
  • Das freiwillige Übernahmeangebot von Uber liegt bei 41,50 Euro je Aktie; der Vollzug wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet.

Marktanalyse & Details

Wachstum beschleunigt sich im zweiten Quartal

Delivery Hero hat im zweiten Quartal 2026 Umsatz und Bruttowarenwert stärker gesteigert als im Jahresauftakt. Der Umsatz wuchs auf vergleichbarer Basis und bei konstanten Wechselkursen um 17,7 Prozent auf 4,02 Mrd. Euro. Der Bruttowarenwert erhöhte sich um 11,3 Prozent auf 13,21 Mrd. Euro, nachdem das Wachstum im ersten Quartal noch 8,8 Prozent betragen hatte. Die Zahl der Bestellungen stieg um 11 Prozent auf 981 Millionen.

Für das erste Halbjahr ergibt sich ein Umsatz von 7,75 Mrd. Euro, ein Plus von 17,8 Prozent. Der GMV erreichte 25,68 Mrd. Euro und lag damit 10,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Das bereinigte EBITDA stieg um 3,9 Prozent auf 426,7 Mio. Euro und lag nach Unternehmensangaben über den Erwartungen.

Alle zentralen Jahresziele angehoben

  • GMV: Wachstum von 9 bis 11 Prozent statt bisher 8 bis 10 Prozent.
  • Umsatz: Wachstum von 17 bis 19 Prozent statt bisher 14 bis 16 Prozent.
  • Bereinigtes EBITDA: 960 Mio. bis 1,0 Mrd. Euro statt bisher 910 bis 960 Mio. Euro.
  • Free Cash Flow vor Sondereffekten: mehr als 250 Mio. Euro statt bisher mehr als 200 Mio. Euro.

Die Umsatz- und GMV-Prognose gilt auf vergleichbarer Basis, währungsbereinigt und ohne Effekte aus der Rechnungslegung in Hochinflationsländern. Die EBITDA- und Free-Cash-Flow-Prognose basiert auf Wechselkursen von Juli 2026. Außerordentliche Zahlungsabflüsse im Zusammenhang mit bestimmten rechtlichen Angelegenheiten sind in der Free-Cash-Flow-Prognose nicht berücksichtigt.

Quick Commerce und Dmarts als Wachstumsmotor

Besonders dynamisch entwickelte sich das Quick-Commerce-Geschäft. Der GMV dieser Sparte wuchs im zweiten Quartal um 32 Prozent. Das Quick-Commerce-Geschäft stand damit für 18,3 Prozent des Konzern-GMV. Die Bestellungen bei den Dmarts legten um 39 Prozent zu. Obwohl die Zahl der Standorte um 8 Prozent wuchs, stiegen die Bestellungen je Dmart um 28 Prozent. Das spricht für eine bessere Auslastung der bestehenden Infrastruktur.

Auch die Kundenbindung nimmt zu: Abonnenten generierten bereits 47 Prozent des Konzern-GMV, zwölf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Kunden, die mehrere Quick-Commerce-Kategorien nutzen, geben laut Unternehmen im Durchschnitt fünfmal mehr aus als Kunden mit nur einer genutzten Kategorie.

Cash-Generierung verbessert sich deutlich

Ein wesentlicher Fortschritt zeigt sich beim Free Cash Flow vor Sondereffekten. Im ersten Halbjahr flossen 348 Mio. Euro zu, nachdem im Vorjahreszeitraum ein negativer Free Cash Flow von 8 Mio. Euro angefallen war. Zum Halbjahresende verfügte Delivery Hero über 2,8 Mrd. Euro an Barmitteln. Zusätzlich erwartet das Unternehmen aus dem geplanten Verkauf des Taiwan-Geschäfts einen Mittelzufluss von 600 Mio. US-Dollar im vierten Quartal 2026.

Die regionale Entwicklung bleibt allerdings uneinheitlich. In den Regionen MENA und Americas beschleunigte sich das GMV-Wachstum auf 14,9 beziehungsweise 29,1 Prozent. In Europa lag es bei 8,4 Prozent, während Asien 6,4 Prozent erreichte. Auf Ergebnisebene erzielte Europa im ersten Halbjahr weiterhin ein negatives bereinigtes EBITDA von 18,6 Mio. Euro, konnte den Verlust gegenüber dem Vorjahr jedoch deutlich verringern.

Analysten-Einordnung

Dies deutet darauf hin, dass Delivery Hero beim Übergang von reinem Bestellwachstum zu profitablerem Plattformwachstum Fortschritte macht. Besonders aussagekräftig ist die Kombination aus beschleunigtem GMV, über den Erwartungen liegendem bereinigtem EBITDA und dem starken Umschwung beim Free Cash Flow. Die unveränderte bereinigte EBITDA-Marge von 1,7 Prozent des GMV zeigt zugleich, dass die operative Verbesserung noch nicht mit einer deutlichen Margenausweitung einhergeht.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die angehobene Prognose die operative Ausgangslage vor dem geplanten Uber-Deal verbessert. Die Aktie notierte am 27. August 2026 am Morgen bei 37,27 Euro und damit rund 11 Prozent unter dem angekündigten Angebotspreis von 41,50 Euro je Aktie. Dieser Abstand ist jedoch nicht automatisch ein sicherer Ertrag: Der Vollzug wird erst für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet und steht unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen einschließlich regulatorischer Genehmigungen. Bis dahin bleiben die Geschäftsentwicklung, mögliche Verzögerungen und die Transaktionsrisiken entscheidend.

Fazit & Ausblick

Delivery Hero startet mit höherem Wachstumstempo, deutlich stärkerer Liquiditätsgenerierung und angehobenen Jahreszielen in die zweite Jahreshälfte. Im Fokus stehen nun die geplante Dmart-Expansion, die weitere Skalierung von Quick Commerce und AdTech sowie die Entwicklung der Profitabilität in Europa. Gleichzeitig müssen Anleger den geplanten Uber-Deal bis zum erwarteten Abschluss im zweiten Halbjahr 2027 als transaktionsabhängige Perspektive und nicht als vollzogene Übernahme behandeln.

Hinweise zu diesem Inhalt AI Modified — Inhalt mit Unterstützung von KI erstellt

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