Barclays hebt Kursziel für Delivery Hero auf mehr als 39 Euro: Baemin-Verkaufsprozess befeuert Rally
Kurzüberblick
Delivery Hero treibt seine Rally weiter voran: In den vergangenen acht Handelstagen legten die Aktien um 63 Prozent zu und markierten damit das höchste Kursniveau seit Ende 2024. Auslöser sind Berichte, wonach der Verkaufsprozess für das Korea-Geschäft Baemin gestartet wurde und damit zusätzliche Monetarisierungs- und Bewertungsfantasien entstehen.
Die Marktstimmung wird zudem durch eine strategische Gewichtung des Baemin-Verkaufs untermauert: Uber hat seine Beteiligung aufgestockt, was Analysten als Signal dafür interpretieren, dass der Prozess deutlich fokussierter vorangetrieben werden soll. Vor diesem Hintergrund hat unter anderem Barclays-Analyst Andrew Ross das Kursziel jüngst erneut angehoben.
Marktanalyse & Details
Kurstreiber: Baemin-Verkaufsprozess als Bewertungshebel
Die Aussicht auf einen strukturierten Verkaufsprozess für Baemin verschiebt bei Delivery Hero die Bewertungslogik. Statt ausschließlich das operative Geschäft in den Fokus zu stellen, rückt die Frage nach dem Wert einzelner Einheiten stärker in den Vordergrund. Genau hier setzt auch die aktuelle Analystenreaktion an: Der Markt bewertet zunehmend die Option, dass Baemin künftig zu einem separaten Wertbeitrag realisiert werden könnte.
- Gewinnserie über acht Tage: Delivery Hero steigt insgesamt um 63 Prozent.
- Höchster Stand seit Ende 2024: Das erhöht den Druck, dass weitere Meldungen den Kursanstieg stützen.
- Baemin im Fokus: Start des Verkaufsprozesses gilt als zentraler Nachrichtenimpuls.
Barclays & Mitbewerber: Neue Kursziele, aber unterschiedlicher Realismusgrad
Analyst Andrew Ross von Barclays hat das Kursziel am Montagabend auf mehr als 39 Euro angehoben. Damit signalisiert Barclays weiterhin Aufwärtspotenzial – allerdings vor dem Hintergrund, dass die Aktie bereits stark gelaufen ist.
Parallel dazu hat die Citigroup-Analystin Monique Pollard ihre Bewertungslogik umgestellt: Sie nutzt nun ein Summe-aller-Teile-Modell (SOTP) und erhöhte das Kursziel auf 31,50 Euro nach zuvor 21 Euro. Gleichzeitig votierte sie auf Hold, weil das Kursniveau bereits über den neuen Annahmen der Einzelbewertung liegt (Xetra-Niveau: 32,65 Euro).
Analysten-Einordnung: Was die Kursziele wirklich bedeuten
Dies deutet darauf hin, dass der Markt aktuell mehr auf die potenzielle Abspaltung bzw. Veräußerung eines Vermögenswerts (Baemin) setzt als auf eine kurzfristige operative Ergebnisdynamik. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Kursbewegungen werden in den nächsten Wochen stärker von Prozess-Updates (Zeitplan, Struktur, erwartete Gegenleistung) abhängen als von einzelnen Quartalskennzahlen. Gleichzeitig steigt das Risiko von Bewertungs-Churn, sobald der Verkaufsprozess konkrete Details liefert oder sich verzögert – denn bereits stark angestiegene Kurse lassen weniger Spielraum für positive Überraschungen.
Warum der Uber-Faktor zählt
Die angekündigte bzw. bereits umgesetzte Anteilsaufstockung durch Uber wird von Analysten als zusätzlicher Fokus auf den Baemin-Verkauf interpretiert. Das kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der Prozess nicht nur angestoßen, sondern auch konsequent durchgezogen wird. Für die Bewertung ist das wichtig, weil Investoren bei Transaktionen besonders auf Verlässlichkeit von Zeitplan und Abschlussfähigkeit achten.
Fazit & Ausblick
Delivery Hero bleibt durch den Baemin-Verkaufsprozess zum Spielball von Erwartung und Timing. Kurzfristig dürfte die Aktie empfindlich auf neue Informationen zum Verkaufsprozess reagieren. Anleger sollten deshalb den nächsten konkreten Prozess-Update-Schritt sowie die Veröffentlichungen im Zuge der nächsten Quartalsberichterstattung im Blick behalten, um abzuschätzen, ob die aktuelle Neubewertung der Summe-aller-Teile dauerhaft trägt oder bereits eingepreist ist.
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