Aurubis hebt Prognose nach starkem Quartal an: Betriebliches EBT steigt auf 121 Mio. Euro

Aurubis AG

Kurzüberblick

Der Kupfer- und Multimetallproduzent Aurubis hat nach einem kräftigen zweiten Quartal seine Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 angehoben. Nach dem Geschäftsschluss zum 31. März 2026 meldet das Unternehmen ein operatives Ergebnis auf Vorsteuer-Basis (operating EBT) von 121 Mio. Euro – mehr als im Auftaktquartal.

Die Aktie notierte am 12. Mai 2026 um 11:45 Uhr bei 199,10 Euro (Tagesplus: +3,05%, YTD: +61,61%). Damit bleibt die Aktie trotz jüngster charttechnischer Warnsignale nach einem Rekordhoch vom 8. Mai (200,80 Euro) weiter im Blick der Anleger – vor allem wegen des verbesserten Ausblicks für zweite Jahreshälfte und zentraler Recycling-Projekte.

Marktanalyse & Details

Finanzen: Ergebnis verbessert sich – Ausblick wird breiter

Im zweiten Quartal 2025/26 stieg das operating EBT auf 121 Mio. Euro (Q1 2025/26: 105 Mio. Euro). Gleichzeitig erhöhte sich das operating EBITDA auf 187 Mio. Euro (164 Mio. Euro). Über die ersten sechs Monate ergibt sich ein gemischtes Bild: Das operating EBT lag mit 226 Mio. Euro nahe am Vorjahr (229 Mio. Euro), während das operating EBITDA leicht zulegte (351 Mio. Euro vs. 341 Mio. Euro).

  • Netto-Cashflow (H1): 161 Mio. Euro (Vorjahr: 190 Mio. Euro) – Belastung durch gestiegene Bestände bei Metallen mit hohen Preisen
  • Bilanz-Polster: Operating-Eigenkapitalquote bei 48,6%
  • Kennziffer ROCE (Stichtag 31.3.): 8,1% (Vorjahr: 10,2%) – Rückgang im Zuge von Wachstumsprojekten in der Umsetzungsphase

Prognose: Aurubis hebt den Zielkorridor spürbar an

Besonders wichtig für die Marktreaktion: Aurubis erhöht die Jahresziele für 2025/26. Der Konzern erwartet nun ein operatives EBT von 425 bis 525 Mio. Euro (zuvor: 375 bis 475 Mio. Euro) sowie einen operativen ROCE von 10 bis 12% (zuvor: 9 bis 11%).

Für die zweite Jahreshälfte nennt das Unternehmen vor allem eine freundlichere operative Ausgangslage: bessere Markterwartungen sowie positive Effekte aus Recycling und Schwefelsäure.

Warum die Zahlen stützen: Recycling, Schwefelsäure und mehr Preisdynamik

Die Ergebnisentwicklung wird laut Unternehmensangaben von mehreren Faktoren getragen:

  • Höheres Metallresultat im Vorjahresvergleich, unter anderem durch höhere Metallpreise – besonders bei Edelmetallen
  • Mehr Ergebnis aus der Verarbeitung von Recyclingmaterial
  • Stärkerer Beitrag aus Schwefelsäure aufgrund höherer Absatzmengen; zudem war die Erlössituation besser als im Vorjahr
  • Leicht steigende Umsatzerlöse aus Kupferproduktverkäufen

Gegenwind gab es ebenfalls: niedrigere Treatment- und Refining Charges bei höherem Konzentratdurchsatz sowie planmäßige Abschreibungen im Zusammenhang mit strategischen Projekten. Insgesamt überwiegen laut Aurubis jedoch die positiven Resultatstreiber.

Strategische Projekte: Investitionsphase wirkt auf ROCE – soll ab 2028/29 stärker beitragen

Aurubis beziffert das Investitionsvolumen für strategische Projekte auf rund 1,7 Mrd. Euro. Bis Ende Q2 2025/26 wurden bereits rund 1,5 Mrd. Euro (knapp 90%) eingesetzt. Ab dem Geschäftsjahr 2028/29 erwartet der Konzern daraus einen zusätzlichen Ergebnisbeitrag von etwa 260 Mio. Euro EBITDA pro Jahr.

  • CRH Hamburg: Ramp-up nach erfolgreichem ersten Schmelz im März 2026; künftig zusätzlich etwa 30.000 t Recyclingmaterial sowie mehr komplexe interne Zwischenprodukte
  • Aurubis Richmond (USA): schrittweise Inbetriebnahme der ersten Phase; nach Abschluss der zweiten Phase rund 180.000 t komplexes Recyclingmaterial pro Jahr
  • Bulgarien (Kupfer-Tankhouse): Kapazitätsausbau um etwa 50% auf 340.000 t raffiniertes Kupfer; Commissioning im Sommer 2026

Analysten-Einordnung: Das erhöhte Jahreszielsignal wirkt zunächst wie eine Bestätigung der operativen Hebel aus Recycling und Nebenprodukten (insbesondere Schwefelsäure). Allerdings zeigt der gleichzeitig gesunkene ROCE (8,1% nach 10,2%), dass die Kapitalrendite kurzfristig noch durch Investitions- und Ramp-up-Phasen gedrückt wird. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Der Markt preist derzeit vor allem die erwartete Ergebnisdynamik ein, während die nachhaltige Rendite erst in den nächsten Jahren mit dem Hochlauf der Anlagen stärker sichtbar werden dürfte. Passend dazu wurde das Kursziel von Warburg Research auf 209 Euro angehoben (Buy), während die DZ Bank die Einstufung auf Hold mit einem Ziel von 180 Euro beließ. Diese Spannbreite deutet darauf hin, dass der operative Trend zwar positiv bewertet wird, die Risiko-/Zeitschiene der Kapitalrendite aber weiterhin im Fokus steht.

Börsenkontext: Kursanstieg, aber nach Rekordhoch vorsichtig beobachten

Operativ liefern die Zahlen einen klaren Impuls. Gleichzeitig setzte die Aktie nach dem Rekordhoch von 200,80 Euro am 8. Mai ein bearishes Reversal mit erhöhtem Handelsvolumen. Das spricht eher für kurzfristige Gewinnmitnahmen, während der mittelfristige Trend laut den vorliegenden Marktbeobachtungen intakt bleibt.

Fazit & Ausblick

Aurubis untermauert sein Zwischenresultat mit einer spürbaren Anhebung des Prognosekorridors für 2025/26 und setzt dabei auf Rückenwind aus Recycling, Schwefelsäure und einer verbesserten Marktsicht. Für die nächsten Quartale dürfte entscheidend werden, ob der höhere Ergebnishebel auch in eine stabilere Kapitalrendite übergeht – oder ob der ROCE-Rückgang im Zuge des Ramp-ups noch länger eine Rolle spielt.

Ein nächster Prüfstein ist der weitere Verlauf von H2, insbesondere bei der Kosten- und Erlösentwicklung rund um Konzentratdurchsatz, Treatment-/Refining-Charges sowie die Angebotslage bei Schwefelsäure. Zusätzlich bleibt der Fortschritt bei CRH (Hamburg), Richmond (USA) und dem Tankhouse-Ausbau in Bulgarien ein zentraler Treiber der mittelfristigen Ergebnisperspektive.

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