Aurubis hebt Prognose nach starkem Q2 an: DZ Bank stuft auf Hold – Aktie zieht an

Aurubis AG

Kurzüberblick

Die Aurubis AG hat nach einem verbesserten Quartalsergebnis ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 angehoben. Der Kupfer- und Recyclingkonzern meldete zum 31. März 2026 ein operatives Ergebnis auf dem höheren Niveau als im Vorquartal und stützt damit die Erwartung für die zweite Jahreshälfte.

Aus Anlegersicht kommt zusätzlich Rückenwind von der Analystenfront: Die DZ Bank hob ihr Kursziel an und passte die Bewertung an. An der Börse legte die Aurubis-Aktie zur Einordnung am 11.05.2026 um +4,34 % zu und notierte zuletzt bei 194,70 EUR, während sie seit Jahresbeginn bereits +58,04 % gewonnen hat.

Marktanalyse & Details

Quartalsergebnisse: Ergebniszuwachs trotz herausfordernder Rahmenbedingungen

Im zweiten Geschäftsquartal steigerte Aurubis sowohl die operative Ergebnisgröße als auch die Ergebnisfähigkeit aus dem laufenden Geschäft:

  • Operatives EBT: 121 Mio. Euro (plus 15 % gegenüber dem ersten Quartal)
  • Operatives EBITDA: 187 Mio. Euro (gegenüber 164 Mio. Euro im Vorquartal)
  • H1-operatives EBITDA: 351 Mio. Euro, rund 3 % höher als im Vorjahr

Damit zeigt sich ein robuster operativer Verlauf zur Halbzeit. Gleichzeitig wirkt die Wachstumsphase der Projekte auf die Kapitalrendite: Das operative ROCE lag zum 31. März 2026 bei 8,1 % nach 10,2 % im Vorjahr.

Prognose angehoben: Was Aurubis für das Gesamtjahr erwartet

Mit Blick auf das Gesamtjahr erhöht der Konzern die Bandbreite für das operative Vorsteuerergebnis. Aurubis rechnet nun mit:

  • Operativem EBT: 425 bis 525 Mio. Euro (zuvor 375 bis 475 Mio. Euro)
  • Operativem ROCE: 10 bis 12 % (zuvor 9 bis 11 %)

Als zentrale Treiber nennt Aurubis eine bessere Markt- und Ertragslage. Besonders positiv wirken laut Bericht der höhere Metal-Result für das laufende Halbjahr, insbesondere bei Edelmetallen, sowie höhere Erträge aus der Verarbeitung von Recyclingmaterial. Zusätzlich trug die Entwicklung bei Schwefelsäure überdurchschnittlich zum Ergebnis bei.

Dem stehen Ergebnisdämpfer gegenüber, etwa geringere Aufwendungen im Bereich Behandlung und Raffination bei höherem Durchsatz sowie planmäßige Abschreibungen im Zusammenhang mit strategischen Vorhaben. Insgesamt überwiegen jedoch die positiven Effekte.

Cashflow und Kapitalbindung: Warum ROCE und freie Liquidität nicht im Gleichschritt laufen

Operativ solide, aber nicht ohne Belastungsfaktoren: Der Konzern weist für die ersten sechs Monate einen Nettozahlungsmittelzufluss von 161 Mio. Euro aus. Dieser liegt unter dem Vorjahresniveau (190 Mio. Euro). Als wesentlicher Grund gilt der Anstieg von Vorräten zu hohen Metallpreisen.

Positiv bleibt die Finanzierungsbasis: Mit einer operativen Eigenkapitalquote von 48,6 % befindet sich Aurubis weiterhin auf einer solide finanzierten Grundlage. Für Anleger bedeutet das: Der Fokus sollte weniger auf kurzfristigen Schwankungen im Cashflow liegen, sondern vor allem darauf, ob die Projekte zur Kapazitätsausweitung wie geplant in die Ergebnisbeiträge übergehen.

Strategische Projekte: Investitionsvolumen weitgehend umgesetzt

Aurubis setzt stark auf den Ausbau der Verarbeitungs- und Recyclingkapazitäten. Insgesamt beläuft sich das genehmigte Investitionsvolumen für strategische Projekte auf rund 1,7 Mrd. Euro. Bis Ende des zweiten Quartals wurden davon bereits knapp 90 % investiert.

  • Komplex Recycling Hamburg (CRH): Im Ramp-up nach erfolgreichem ersten Schmelzvorgang im März 2026; künftig zusätzliche Verarbeitung von rund 30.000 t Recyclingmaterial
  • Aurubis Richmond (USA): schrittweise Inbetriebnahme; nach vollständigem Ramp-up bis zur zweiten Phase jährliche Verarbeitung von etwa 180.000 t komplexem Recyclingmaterial
  • Ausbau Tankhouse Bulgarien: Kapazitätserhöhung um rund 50 % auf 340.000 t; Kommissionierung für den Sommer 2026 geplant

Für die Zukunft nennt der Konzern zusätzliche EBITDA-Beiträge von rund 260 Mio. Euro pro Jahr ab dem Geschäftsjahr 2028/29. Dies deutet darauf hin, dass ein Teil der aktuellen Kosten- und Renditedynamik bewusst aus dem Investitionszyklus heraus erklärt werden kann.

Geopolitik: Iran-Krieg als Faktor für Verfügbarkeit von Schwefelsäure

Zum Thema Iran-Krieg ordnet Aurubis die Wirkung differenziert ein: Kurzfristig sieht der Konzern nach eigener Darstellung kaum direkte Effekte, mittelfristig könnten sich jedoch Chancen ergeben. Hintergrund ist ein potenziell knapperes Schwefelsäureangebot durch gestörte Schwefellieferketten im Nahen Osten bei gleichzeitig stabiler Nachfrage in Europa.

Gleichzeitig bleibt ein Risiko: Sollten Exportbeschränkungen greifen, könnte die Verfügbarkeit weiter verknappt werden. Für Anleger erhöht das die Bedeutung der Ergebnisqualität in den nächsten Quartalen – insbesondere, ob sich die positiven Effekte bei Schwefelsäure in stabilen Margen widerspiegeln.

Analysten-Einordnung: DZ Bank hebt Ziel, ändert Rating – was das für die Aktie bedeutet

DZ Bank stuft Aurubis von Sell auf Hold her und hebt das Kursziel von 140 auf 180 EUR. Die Kombination aus angehobener Prognose des Unternehmens und der Analysten-Anpassung deutet darauf hin, dass der Markt die verbesserte operative Entwicklung nun zumindest teilweise einpreist, aber eine echte Trendwende offenbar noch nicht als durchgehend abgesichert betrachtet wird.

Für Anleger bedeutet die Heraufstufung auf Hold: Es bleibt zwar Spielraum nach oben, gleichzeitig dürfte die Bewertung stärker an konkrete Fortschritte aus den Projekten und an die Stabilität von Cashflow und Rendite geknüpft sein. Besonders relevant wird, ob Aurubis die Erwartungen zur zweiten Jahreshälfte übertrifft und die Kapitalbindung aus dem Aufbau weiter kontrollieren kann.

Fazit & Ausblick

Nach dem starken Q2 und der Prognoseanhebung rückt für Aurubis der Umsetzungsgrad der strategischen Projekte stärker in den Fokus. In den nächsten Quartalen sollten Investoren vor allem auf drei Punkte achten: die Entwicklung von operativem ROCE, die Stabilität der Ergebnisbeiträge aus Recycling und Schwefelsäure sowie die Richtung des Cashflows trotz höherer Vorräte.

Für den weiteren Kapitalmarkt-Dialog findet am 11.05.2026 ab 14:00 Uhr ein Webcast mit Analysten, Investoren und Medien statt. Das schafft zeitnah Transparenz dazu, wie Aurubis die angehobenen Ziele im Detail begründet und welche Annahmen das Management für Verfügbarkeit und Nachfrage zugrunde legt.

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