Aroundtown meldet FFO I von 143,8 Mio. Euro und bestätigt 2026-Prognose
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Aroundtown erzielte im ersten Halbjahr Nettomieteinnahmen von 591 Mio. Euro; die Mieten stiegen auf vergleichbarer Basis um 2,7 Prozent.
- Der FFO I sank um 4,4 Prozent auf 143,8 Mio. Euro, lag damit aber im Rahmen der Unternehmensprognose.
- Der Nettogewinn fiel wegen höherer Finanzierungskosten und geringerer Bewertungsgewinne von 578 Mio. auf 218,1 Mio. Euro.
- Aroundtown bestätigt für 2026 einen FFO I von 275 bis 305 Mio. Euro und erhöhte den Anteil an Grand City Properties auf 84 Prozent.
Marktanalyse & Details
Operatives Geschäft bleibt stabil
Aroundtown hat im zweiten Quartal die Umsatzerwartung knapp übertroffen. Der Umsatz lag bei 382,0 Mio. Euro nach erwarteten 380,3 Mio. Euro. Für das erste Halbjahr summierten sich die Erlöse auf 761,7 Mio. Euro, ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die Nettomieteinnahmen blieben mit 591 Mio. Euro stabil. Ausschlaggebend war ein Mietwachstum von 2,7 Prozent auf vergleichbarer Basis, das die Belastung aus Verkäufen im Immobilienportfolio ausglich. Das bereinigte EBITDA erreichte 500 Mio. Euro nach 501 Mio. Euro im Vorjahr. Besonders solide entwickelten sich Wohnungen und Hotels, während das deutsche Bürogeschäft gedämpft blieb.
Finanzierungskosten drücken FFO und Nettogewinn
Der FFO I lag bei 143,8 Mio. Euro beziehungsweise 0,13 Euro je Aktie. Im Vorjahr waren es 150 Mio. Euro beziehungsweise 0,14 Euro je Aktie. Der Rückgang von 4,4 Prozent ist vor allem auf höhere Finanzierungskosten zurückzuführen. Eine höhere Beteiligung an Grand City Properties und geringere Belastungen aus der Zuordnung von Zinsen für unbefristete Schuldverschreibungen wirkten teilweise gegenläufig.
Der Nettogewinn sank deutlich auf 218,1 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr 578 Mio. Euro erreicht worden waren. Neben den höheren Finanzierungskosten belasteten geringere Bewertungsgewinne. Die vollständige externe Neubewertung des Portfolios ergab im ersten Halbjahr insgesamt stabile Immobilienwerte gegenüber Dezember 2025.
Bilanz und Kapitalallokation
- Die Loan-to-Value-Quote stieg von 41 Prozent Ende 2025 auf 43 Prozent im Juni 2026.
- 69 Prozent des Portfolios gemessen an den Mieterträgen waren unbelastet; der Immobilienbestand hatte einen Wert von rund 17 Mrd. Euro.
- Der EPRA-NTA erhöhte sich auf 9,1 Mrd. Euro beziehungsweise 8,00 Euro je Aktie, nach 8,5 Mrd. Euro beziehungsweise 7,80 Euro Ende 2025.
- Die Beteiligung an Grand City Properties wurde von 62,5 auf 84 Prozent ausgebaut, während das Aktienrückkaufprogramm im Berichtszeitraum praktisch abgeschlossen wurde.
- Immobilienverkäufe von rund 350 Mio. Euro erfolgten nahe am Buchwert und lagen im Schnitt etwa 1 Prozent darunter.
Beim Fremdkapital nahm Aroundtown im laufenden Jahr rund 1,6 Mrd. Euro auf und tilgte etwa 2,3 Mrd. Euro an Anleihen. Nach dem Halbjahresende wurden zusätzlich rund 1 Mrd. Euro neue unbesicherte Anleihen begeben und 1,8 Mrd. Euro an Anleihen zurückgeführt. Damit sollen kurzfristige Refinanzierungsrisiken sinken und die durchschnittliche Laufzeit der Schulden steigen.
Analysten-Einordnung und Aktienkurs
Die Halbjahreszahlen sind vor allem als Stabilitätsnachweis zu werten, nicht als klarer Wachstumsschub. Dies deutet darauf hin, dass die operative Qualität des Portfolios die Belastung durch das Zinsumfeld bislang auffängt, die gestiegenen Finanzierungskosten aber ein zentrales Risiko bleiben. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die bestätigte Prognose zwar Planungssicherheit bietet, der Spielraum für positive Überraschungen jedoch von der weiteren Zins- und Refinanzierungsentwicklung abhängt.
Die Aktie notierte am 26. August bei 2,018 Euro und lag damit seit Jahresbeginn 24,02 Prozent im Minus. Der Kurs bewegte sich an diesem Tag unverändert. Die vorliegenden Analystenstimmen fallen konstruktiver aus: Warburg bewertet Aroundtown mit Buy und einem Kursziel von 3,80 Euro, während Berenberg ein Hold-Rating mit einem Kursziel von 4,00 Euro ausspricht. Beide Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Kurs, die unterschiedlichen Einstufungen zeigen jedoch, dass das höhere Finanzierungsrisiko weiterhin unterschiedlich bewertet wird.
Fazit & Ausblick
Aroundtown hat die Jahresprognose bestätigt und im ersten Halbjahr rund 47 bis 52 Prozent des anvisierten FFO-I-Korridors von 275 bis 305 Mio. Euro erreicht. Entscheidend für die zweite Jahreshälfte sind die Entwicklung der Finanzierungskosten, die Stabilität der Immobilienbewertungen und die Beiträge aus der höheren Beteiligung an Grand City Properties. Die angekündigten Umwandlungs- und Sanierungsprojekte sollen bis 2030 zusätzliches Mietpotenzial von insgesamt rund 55 Mio. Euro erschließen.
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