AMD Aktie: Lisa Su plant deutlich mehr KI-Chips für 2027 – Speicher bleibt knapp
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- AMD will die Chipversorgung 2027 deutlich erhöhen, um die anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Hardware zu bedienen.
- CEO Lisa Su stimmt sich dafür mit Fertigungs- und Speicherpartnern in Taiwan und Südkorea ab.
- Die Lieferplanung reicht inzwischen drei bis fünf Jahre voraus; die Investitionen in die Lieferkette sollen über die im Mai angekündigten 10 Milliarden US-Dollar hinausgehen.
- Der Start der Helios-Auslieferungen im dritten Quartal verlief nach Plan, während Speicherchips knapp bleiben.
Marktanalyse & Details
Lieferketten werden zum entscheidenden Engpass
AMD-Chefin Lisa Su will die Chipversorgung 2027 erheblich ausweiten. Bei ihrem Besuch in Taiwan traf sie unter anderem Zulieferer und plant Gespräche mit TSMC. Anschließend stehen Termine mit Speicherherstellern in Südkorea an, darunter Samsung. Der Austausch findet vor dem Hintergrund knapper Speicherchips statt: Betroffen sind sowohl High-Bandwidth Memory für KI-Server als auch herkömmliche Speicher für Prozessoren und PCs.
AMD plant nach Sus Angaben inzwischen drei bis fünf Jahre im Voraus, statt wie bisher ein bis zwei Jahre. Das Unternehmen erhöht zudem seine Investitionen in die Lieferkette über die im Mai angekündigten 10 Milliarden US-Dollar hinaus. Eine neue Gesamtsumme nannte Su nicht. Auch zusätzliche Kapazität für fortschrittliche Wafer sei nötig; zu möglichen Investitionen von TSMC in Texas äußerte sie sich nicht konkret.
KI-Geschäft wächst, Helios-Auslieferungen laufen
Die stärkere Versorgung soll AMD helfen, die Nachfrage nach CPUs, GPUs und weiteren Produkten für KI-Rechenzentren zu bedienen. Die Helios-AI-Plattform ging im dritten Quartal wie vorgesehen in die Auslieferung; in den kommenden Quartalen sollen die Liefermengen steigen. Im zweiten Quartal erzielte AMD im Rechenzentrumsgeschäft 6,7 Milliarden US-Dollar Umsatz – 107 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, vor allem dank EPYC-Prozessoren und Instinct-GPUs.
Analysten-Einordnung und Aktienkontext
Analysten-Einordnung: Die angekündigte Kapazitätsausweitung ist ein Signal, dass AMD die KI-Nachfrage nicht nur kurzfristig, sondern über mehrere Jahre bedienen will. Sie garantiert jedoch nicht, dass die geplanten Mengen tatsächlich verfügbar werden: Dafür müssen Wafer-, Speicher- und Verpackungskapazitäten bei mehreren Partnern rechtzeitig mitwachsen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben der Nachfrage auch die Umsetzung der Lieferkettenpläne entscheidend für das künftige Wachstum sein dürfte.
Ein Citi-Analyst bekräftigte am 6. Oktober seine Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel von 575 auf 800 US-Dollar. Als möglichen Nachfragetreiber nannte er KI-Agenten, die kontinuierlich Rechenleistung benötigen. Die AMD-Aktie notierte laut den bereitgestellten Lang-&-Schwarz-Daten am 6. Oktober bei 578,10 Euro, unverändert zum Vortag; seit Jahresbeginn lag sie 214,53 Prozent im Plus.
Fazit & Ausblick
In den nächsten Quartalen wird sich zeigen, ob AMD die Helios-Auslieferungen wie geplant steigern und zusätzliche Speicher- sowie Waferkapazitäten sichern kann. Für 2027 stellt Su einen deutlichen Angebotsanstieg in Aussicht, nennt aber weder einen konkreten Umfang noch einen neuen Investitionsbetrag. Die knappe Speicherverfügbarkeit bleibt damit ein zentraler Unsicherheitsfaktor.
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