Alzchem steigt nach Research-Update: Montega und Sphene sehen Potenzial – Kursziel bis 200 €

Kurzüberblick
Die Aktie der Alzchem Group AG (SDAX) legt am 4. Mai 2026 weiter zu und handelt bei 170,40 EUR, nachdem die Werte kurz nach der Veröffentlichung der Q1-Zahlen am 30. April zeitweise unter Druck geraten waren. Während sich der Spezialchemie-Konzern Anfang Mai erneut im Fokus von Marktteilnehmern findet, haben zwei Research-Häuser ihre Einschätzungen aktualisiert.
Montega stuft Alzchem auf „Kaufen“ mit einem Kursziel von 200,00 EUR (12 Monate) ein. Sphene Capital bestätigt ein „Buy“-Rating und hebt das Kursziel von 192,30 EUR auf 193,40 EUR (24 Monate). Treiber der positiven Sicht: Das erste Quartal 2026 fiel aus Ertragssicht besser aus als erwartet, getragen vor allem von der Specialty-Chemicals-Sparte und einer verbesserten Profitabilität trotz erhöhter Investitionen.
Marktanalyse & Details
Q1 2026: Spezialchemie liefert, Ergebnis wächst überproportional
Alzchem steigerte den Konzernumsatz im ersten Quartal 2026 auf 148,7 Mio. EUR (plus 2,7 % gegenüber Vorjahr). Das EBITDA kletterte dagegen deutlich stärker auf 32,3 Mio. EUR (plus 18,0 %), wodurch die EBITDA-Marge im Konzern von 18,9 % auf 21,7 % anstieg.
- Specialty Chemicals (Wachstumsmotor): Umsatz auf 105,3 Mio. EUR (plus 11,4 %). Der Zuwachs kam sowohl über Preise (plus 8,4 %) als auch Mengen (plus 6,4 %) zustande. Das Segment-EBITDA verbesserte sich überproportional auf 31,5 Mio. EUR (plus 20,9 %).
- Human Nutrition & Defense im Fokus: Besonders die Kreatin-Produktlinie (u. a. Creapure®, Creavitalis®) sowie Nitroguanidin profitieren von Auslastung und Kapazitätsthemen.
- Basics & Intermediates (Gegenwind): Umsatz auf 36,7 Mio. EUR (minus 14,0 %) – erwartet vor dem Hintergrund schwächerer Stahlkonjunktur und Preisdruck in Landwirtschaft und Pharma. Gleichzeitig gelang es, die Profitabilität des Segments zumindest zu stabilisieren.
Cashflow und Investitionen: Capex-Rampe belastet kurzfristig, Free Cashflow bleibt positiv
Auf der Cashflow-Seite präsentierte sich das Bild gemischt: Der operative Cashflow lag im Vorjahresvergleich niedriger, unter anderem wegen geringerer Kundenzuschüsse. Bereinigt soll er sich aber klar verbessert haben. Entscheidend ist zudem, dass trotz eines deutlich höheren Capex von 36,6 Mio. EUR (Vorjahr: 13,1 Mio. EUR) ein positiver Free Cashflow von 1,1 Mio. EUR erreicht wurde.
Für Anleger ist das ein wichtiges Signal: Die Investitionsphase wird zwar spürbar, der Konzern verliert aber nicht die finanzielle Kontrolle über die Mittelgenerierung.
Ausblick & operative Umsetzung: Guidance bestätigt, Kapazitäten im Plan
Der Vorstand bestätigt die bisherigen Jahresziele: Alzchem erwartet für 2026 einen Konzernumsatz von rund 600 Mio. EUR und ein EBITDA von etwa 126 Mio. EUR. Als Planungsgrundlage nennt das Management, dass Kostensteigerungen bei Rohstoffen durch Preismaßnahmen kompensiert werden sollen. Zusätzlich soll der zeitweise günstigere Strommix in Deutschland wirken, flankiert durch bereits erfolgte Eindeckungen mit Strom-Forwards.
- Carbidofen-Sanierung: Wiederinbetriebnahme planmäßig im Juli 2026.
- Nitroguanidin: Kapazitätserweiterung mit Start im H2/2026 (SOP H2/26).
- Kreatin: Erweiterungen im H2/2027.
- Markt Landwirtschaft/Düngemittel: Beim Produkt Perlka sei laut Management im aktuellen Quartal noch kein nennenswerter Nachfrageimpuls erkennbar; bei längerer Kriegsdauer sieht man aber Chancen zur kommenden Düngesaison.
Analysten-Einordnung: Warum die „Kaufen“-Statements jetzt Gewicht haben
Dass Montega und Sphene trotz zuletzt schwankender Kursreaktionen auf „Kaufen“ bzw. „Buy“ setzen, deutet darauf hin, dass der Markt zwar bei der Umsatzdynamik selektiv bleibt, die Ertragsqualität aber überzeugend ist. Genau diese Kombination aus überproportionalem EBITDA-Wachstum, stabilisierter Basisprofitabilität und der Erwartung, dass neue Kapazitäten adäquat ausgelastet werden, gilt als Kernthema der kommenden Quartale.
Für Anleger bedeutet die Entwicklung: Der Hebel liegt kurzfristig weniger im Umsatzwachstum als im Ergebnis-Mix und in der Umsetzungsfähigkeit der Investitions- und Anlaufpläne. Gleichzeitig bleiben Risiken sichtbar – etwa anhaltender Preisdruck in den Basisbereichen, geopolitische Volatilität sowie die Frage, wie schnell die Cashflow-Wirkung der höheren Capex-Spitze vollständig sichtbar wird. Wer investiert, sollte daher besonders die nächsten Quartalsmeldungen zur Auslastung der neuen Kapazitäten und zur Entwicklung des Working-Capital-Bedarfs im Blick behalten.
Fazit & Ausblick
Alzchem untermauert mit dem Q1-Ergebnis die im Markt entscheidende Story: Specialty Chemicals liefert Wachstum, während die Profitabilität auch bei erhöhter Investitionstätigkeit stabil bleibt. Die bestätigte Jahresguidance und die planmäßige Umsetzung von Projekten wie der Carbidofen-Wiederinbetriebnahme im Juli 2026 sowie den Kapazitätserweiterungen für Nitroguanidin und Kreatin bieten einen klaren Fortschrittsrahmen.
Als nächste wichtige Impulse dürften die Fortschrittsberichte zu den Anlaufphasen und der Auslastung der neuen Kapazitäten gelten – plus ein Abgleich, ob sich die Nachfrageanzeichen in den landwirtschaftlichen Absatzmärkten im Verlauf des Jahres H2 stärker verdichten.
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