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adesso AG

adesso bestätigt starke 2025er Zahlen: Umsatz +14% auf 1,47 Mrd. Euro, EBITDA +30% und Dividende 0,78 Euro

Kurzüberblick

Die adesso SE hat am 31.03.2026 den Konzernabschluss 2025 veröffentlicht und damit ihre im Februar gemeldeten vorläufigen Eckdaten bestätigt. Das Unternehmen steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr organisch um 14% auf 1,47 Mrd. Euro; das EBITDA kletterte um 30% auf 123,6 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie lag bei 2,83 Euro nach 0,41 Euro im Vorjahr.

Operativ wächst adesso dabei weiter in digitalisierungsnahen Branchen: Vor allem Versicherungen, Banken/Finanzdienstleister sowie öffentliche Auftraggeber zeigen solide Dynamik. Für 2026 erwartet der Vorstand eine anhaltend steigende Nachfrage und stellt die Prognose auf Umsatz von 1,6 bis 1,7 Mrd. Euro sowie ein EBITDA von 130 bis 150 Mio. Euro. Zudem soll zur Hauptversammlung am 03.06.2026 eine Dividende von 0,78 Euro je Aktie vorgeschlagen werden.

Marktanalyse & Details

Finanzkennzahlen: Wachstum trifft auf verbesserte Profitabilität

Die Kernzahlen des Jahres 2025 im Überblick:

  • Umsatz: 1.465,8 Mio. Euro (+14% organisch)
  • EBITDA: 123,6 Mio. Euro (+30%)
  • EBITDA-Marge: 8,4% (nach 7,4% im Vorjahr)
  • Ergebnis je Aktie: 2,83 Euro (nach 0,41 Euro)
  • Nettoergebnis: 17,5 Mio. Euro (nach 4,2 Mio. Euro)

Ein auffälliger Punkt: Ein Großteil des EBITDA wurde in der zweiten Jahreshälfte erwirtschaftet (85,7 Mio. Euro insgesamt; davon 37,8 Mio. Euro im ersten Halbjahr). adesso führt das unter anderem auf die Verteilung der Arbeitstage im Jahresverlauf zurück. Für Anleger ist das wichtig, weil es die Saisonalität der Ergebnisentstehung in die Erwartungshaltung für die Quartale einpreist.

Auslastung, Lizenzen und Kostensteuerung als Treiber

Die Umsatzentwicklung ging 2025 mit einem unterproportionalen Personalaufbau einher. Die Zahl der Vollzeitäquivalente (FTE) stieg um 8% auf 10.841, zum Jahresende um 9% auf 11.298. Die Personalkosten pro FTE nahmen nur moderat um 3% zu, während die absoluten Personalkosten mit +11% auf 986,5 Mio. Euro ebenfalls unterhalb des Umsatzwachstums blieben.

Zusätzlich nennt adesso positive Impulse aus Lizenzverkäufen im Versicherungsproduktgeschäft, insbesondere im zweiten sowie im vierten Quartal. Im Schlussquartal belief sich der Umsatz auf 390,3 Mio. Euro; das EBITDA trug dort 45,2 Mio. Euro bei. Für die operative Marge deutet das darauf hin, dass adesso neben Beratungs- und Entwicklungsleistung auch skalierbare Erlösbausteine stärker in den Mix bringt.

Segment- und Länderbild: Stärke in Europa, Schweiz mit Sonderverlauf

Bei den Branchensegmenten bleibt die Nachfrage nach IT-Services im Umfeld der digitalen Transformation hoch. Besonders auffällig:

  • Öffentliche Verwaltung: +11% Wachstum (umsatzstärkstes Segment)
  • Versicherungen: +20%
  • Banken/Finanzdienstleister: +9%
  • Gesundheitswesen: +30% (stärkstes Wachstum)
  • Utilities: +24%

Geografisch stiegen die Umsätze in Deutschland um 15%. In Schweiz verzeichnete adesso hingegen -3% trotz insgesamt dynamischer Auslandsmärkte, unter anderem in Österreich, Italien und den Niederlanden. Gleichzeitig signalisiert das Unternehmen eine Rückkehr auf Wachstumspfad in 2026.

Bilanz, Cashflow und Net Debt: Ergebnis stark, Liquidität vorübergehend unter Druck

Während die Profitabilität deutlich zulegte, veränderte sich die Liquiditätsseite spürbar:

  • Working Capital: +28% auf 199,2 Mio. Euro
  • Operativer Cashflow: 85,6 Mio. Euro (nach 118,0 Mio. Euro)
  • Liquide Mittel: 84,6 Mio. Euro (nach 89,7 Mio. Euro)
  • Netto-Verschuldung: von -46,6 Mio. Euro auf -73,7 Mio. Euro

adesso nennt höhere Vorfinanzierungsbedarfe für das operative Geschäft als Hauptgrund für den Anstieg der Netto-Verschuldung. Positiv: Der Return on Net Working Capital (RONWC) verbesserte sich dennoch auf 25% (nach 18%). Für Anleger bedeutet das: Die Gewinnmaschine liefert starke Kennzahlen, aber kurzfristig verschiebt sich das Timing der Cash-Generierung – ein Thema, das bei IT-Dienstleistern typischerweise stark von Projektstruktur und Zahlungsmodalitäten abhängt.

Restatement 2024: Umklassifizierung von Festpreisprojekten zu SaaS

Für die Vergleichbarkeit hat adesso zudem ein Restatement der Vorjahreszahlen vorgenommen. Zwei Festpreisprojekte wurden als Entwicklung von Software-as-a-Service-Plattformen (SaaS) neu qualifiziert. Seit 2025 werden diese in den Vergleichszahlen ab 2024 retrospektiv nach IAS 8.42 bilanziert – statt als Festpreisprojekte mit Umsatzerlösen werden sie zu Herstellungskosten erfasst, mit entsprechenden Effekten auf Investitions-Cashflows, latente Steuern und weitere Kennzahlen.

Als Beispiel: In der angepassten GuV 2024 sank der Umsatz von 1.297,0 Mio. Euro auf 1.285,9 Mio. Euro; das EBITDA reduzierte sich von 98,3 Mio. Euro auf 94,8 Mio. Euro. Das Eigenkapital (angepasst) lag bei 179,3 Mio. Euro statt 193,9 Mio. Euro.

Analysten-Einordnung

Die Kombination aus deutlich verbessertem EBITDA und steigender EBITDA-Marge spricht für eine nachhaltigere Auslastung und eine stabilere Profitabilitätsstruktur. Der Fokus auf reduzierte Dynamik beim Personalausbau und die positiven Lizenzbeiträge im Versicherungsproduktumfeld stützen die These, dass adesso nicht nur skaliert, sondern die Wertschöpfung pro Leistungseinheit erhöht. Gleichzeitig wirkt der Rückgang beim operativen Cashflow im selben Jahr wie ein Warnsignal für das Timing der Cash-Abflüsse: Dass Working Capital stark gestiegen ist und Net Debt zugenommen hat, deutet darauf hin, dass Projekt- und Vorfinanzierungszyklen aktuell stärker ins Jahr hineinwirken. Für Anleger ist deshalb entscheidend, ob sich der positive Ergebnis- und Margentrend in den kommenden Quartalen wieder stärker in Cashflow-Stärke übersetzt.

Fazit & Ausblick

adesso startet mit einem kräftigen Ergebnissprung in das neue Jahr und hebt die Guidance: Für 2026 erwartet der Vorstand Umsatzwachstum auf 1,6 bis 1,7 Mrd. Euro sowie ein EBITDA von 130 bis 150 Mio. Euro. Treiber sollen die anhaltende Digitalisierung, ein beschleunigter Branchenaufbau nach einem leicht gedämpften Vorjahr sowie die zunehmende Integration von KI-Themen sein.

Als nächstes Ereignis steht die Hauptversammlung am 03.06.2026 an; dort soll eine Dividende von 0,78 Euro je gewinnberechtigter Aktie zur Abstimmung kommen. Für die nächsten Schritte am Kapitalmarkt wird vor allem beobachtet, ob Working Capital und operativer Cashflow im Jahresverlauf 2026 wieder besser mit dem Profitabilitätsanstieg harmonieren.