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Florian Behlau in Goldesel Akademie
18.06.2026 15:51

Ordertypen an der Börse: Market, Limit, Stop
Wer erfolgreich an der Börse agieren möchte, muss die Sprache des Marktes sprechen. Sobald du dich für ein Wertpapier entschieden hast, reicht ein einfacher Klick auf „Kaufen“ oder „Verkaufen“ oft nicht aus, um den besten Preis zu erzielen. Hier kommen verschiedene Ordertypen ins Spiel. Sie sind die Werkzeuge, mit denen du deinem Broker exakte Anweisungen gibst, zu welchen Bedingungen dein Geschäft ausgeführt werden soll.
Das Verständnis der gängigen Orderarten schützt dich vor bösen Überraschungen bei volatilen Kursen und automatisiert deine Handelsstrategie.
Falls du noch kein Depot hast, helfen wir dir hier Schritt für Schritt weiter bei der Depot Eröffnung
Die drei wichtigsten Ordertypen im Überblick
An den Finanzmärkten wird zwischen unlimitierten Aufträgen, die sofort ausgeführt werden, und bedingten Aufträgen, die an bestimmte Kursgrenzen gekoppelt sind, unterschieden. Für Privatanleger sind vor allem drei Varianten entscheidend:
1. Market Order (Billigst / Bestens)
Die Market Order ist der einfachste und schnellste Weg, ein Wertpapier zu handeln. Hierbei gibt es keine Kursgrenzen. Ein Kaufauftrag wird zum nächsten angebotenen Verkaufspreis (billigst) ausgeführt, ein Verkaufsauftrag zum nächsten Kaufpreis (bestens).
- Vorteil: Die Ausführung erfolgt garantiert und sofort.
- Nachteil: Du hast keine Kontrolle über den exakten Preis. Bei illiquiden Aktien oder außerhalb der Haupthandelszeiten kann der tatsächliche Kurs stark vom letzten angezeigten Kurs abweichen. Das liegt unter anderem am Spread.
2. Limit Order
Mit einer Limit Order setzt du eine klare preisliche Schmerzgrenze. Bei einem Kauf bestimmst du den maximalen Preis, den du zu zahlen bereit bist. Bei einem Verkauf legst du den Mindestpreis fest, den du erzielen möchtest.
- Vorteil: Volle Preiskontrolle. Du kaufst oder verkaufst niemals zu einem schlechteren Kurs als von dir vorgegeben.
- Nachteil: Es gibt keine Ausführungsgarantie. Erreicht der Markt dein Limit nicht, wird die Order nicht ausgeführt.
3. Stop Order (inkl. Stop Loss)
Eine Stop Order wird erst aktiv, wenn der Markt eine von dir definierte Kursmarke (die Stop-Schwelle) berührt oder durchbricht. Sobald diese Schwelle erreicht ist, verwandelt sich die Order automatisch in eine unlimitierte Market Order. Die bekannteste Variante ist die Stop Loss Order im Verkauf, die dazu dient, Buchverluste bei fallenden Kursen automatisch zu begrenzen.
- Vorteil: Perfekt zur Absicherung deines Depots und zur Automatisierung, ohne ständig die Kurse überwachen zu müssen.
- Nachteil: Sobald die Stop-Schwelle gerissen wird, erfolgt der Verkauf zum nächsten handelbaren Preis. In einem Crash-Szenario kann dieser deutlich unter deiner Stop-Marke liegen.

Wann nutzt man welchen Ordertyp?
Die Wahl des passenden Werkzeugs hängt maßgeblich von der Marktsituation und dem gehandelten Wertpapier ab:
- Nutze Market Orders, wenn es schnell gehen muss und du hochliquide Werte (wie große DAX-Aktien oder bekannte MSCI World ETFs) während der Haupthandelszeiten der Börsen kaufst. Hier sind die Spreads eng und das Risiko von Kursabweichungen minimal.
- Nutze Limit Orders grundsätzlich bei kleineren, illiquiden Nebenwerten (Small Caps) oder wenn du bewusst darauf spekulierst, eine Aktie bei einem kurzen Rücksetzer günstiger einzusammeln.
- Nutze Stop Orders, um bestehende Positionen gegen Marktschocks abzusichern oder um bei charttechnischen Ausbrüchen automatisch Long oder Short in den Markt einzusteigen.

Zusammenfassung: Das solltest du mitnehmen
✅ Die Wahl des richtigen Ordentyps gibt dir die volle Kontrolle über deine Kauf- und Verkaufspreise und schützt dich vor teuren Überraschungen.
✅ Nutze eine Market Order nur bei sehr bekannten, flüssigen Aktien (Blue Chips) und ETFs während der Haupthandelszeiten, wenn es schnell gehen muss.
✅ Eine Limit Order ist dein bester Schutz bei kleineren, unruhigen Aktien: Du bestimmst damit auf den Cent genau deinen maximalen Kaufpreis oder minimalen Verkaufspreis.
✅ Sichere deine Investitionen mit einer Stop-Loss-Order ab – sie verkauft deine Aktien bei einem starken Kurssturz automatisch und begrenzt so deine Verluste.
✅ Vor jeder Order gilt die goldene Regel: Kurz innehalten und prüfen, ob ein Limit dich vor unbemerkt hohen Preisen außerhalb der regulären Börsenzeiten schützen kann.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Limit Order und einer Stop Order?
Eine Limit Order setzt eine harte Preisgrenze (Kauf nur bis zu diesem Preis, Verkauf nur ab diesem Preis). Eine Stop Order wartet im Hintergrund, bis eine bestimmte Kursmarke berührt wird, und wird erst dann zu einer ganz normalen, sofortigen Marktorder.
Warum wurde meine Stop-Loss-Order zu einem viel schlechteren Kurs ausgeführt als mein Stop?
Sobald deine Stop-Schwelle gerissen wird, verwandelt sich der Auftrag in eine unlimitierte Market Order. Wenn die Aktie in diesem Moment sehr schnell fällt (z. B. bei einem Flash-Crash oder nach schlechten Nachrichten über Nacht), wird zum nächsten freien Preis verkauft – und der kann deutlich tiefer liegen.
Wie lange bleibt eine gesetzte Limit- oder Stop-Order gültig?
Das entscheidest du beim Einstellen im Broker. Du kannst wählen zwischen tagesgültig (löscht sich am Ende des Handelstages automatisch) oder ultimativ (meistens bis zum Monatsende oder bis zu 360 Tage gültig). Das Löschen oder Ändern einer nicht ausgeführten Order ist bei modernen Brokern kostenlos.
Kostet mich das Setzen von Limits oder Stops extra Gebühren?
Nein. Bei fast allen modernen Online-Brokern ist das Einrichten, Ändern oder Löschen von Limits und Stop-Kursen komplett kostenlos. Die reguläre Ordergebühr fällt immer erst dann an, wenn der Auftrag auch wirklich erfolgreich an der Börse ausgeführt wurde.
