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12.06.2024 18:07

Blogartikelbild TESLA – So stehen die Chancen vor der Hauptversammlung morgen

TESLA – So stehen die Chancen vor der Hauptversammlung morgen

Morgen steht die Tesla-Hauptversammlung an, bei der entschieden wird, ob CEO Elon Musk sein milliardenschweres Aktienpaket nachträglich erhält. Bernstein malt ein düsteres Bild und sieht Teslas Zukunft als innovativer Technologiekonzern als gefährdet. Außerdem meldet sich ein altbekannter Tesla-Bulle zu Wort.

Aktienverlinkung: US88160R1014

Am 13. Juni ist es soweit: Die diesjährige Tesla-Hauptversammlung steht an. Was wird alles wichtig und worauf sollten Tesla-Aktionäre achten?

Es wird unter anderem entschieden werden, ob Tesla-Chef Elon Musk nachträglich sein 56 milliardenschweres US-Dollar Aktienpaket erhält, das ihm damals versprochen wurde. Die Bedingungen: Tesla musste innerhalb von zehn Jahren einen bestimmten Marktwert erreichen, angefangen bei 100 Mrd. USD und in zwölf Stufen bis zu 650 Mrd. USD ansteigend. Zusätzlich musste Tesla in demselben Zeitraum bestimmte Umsatz- und Gewinnziele erreichen, die ebenfalls in zwölf Stufen definiert waren.

Für jede der zwölf Stufen, in denen sowohl das Marktwert- als auch die Umsatz-/Gewinnziele erreicht wurden, erhielt Musk die Möglichkeit, Tesla-Aktien zu einem zuvor festgelegten Preis zu erwerben. Insgesamt umfasste das Paket die Option auf den Erwerb von rund 51 Millionen Tesla-Aktien zu Vorzugskonditionen, wenn alle Ziele erreicht wurden.

Das Erreichen der Bedingungen schien damals unerreichbar. Nach einer Anlegerklage sieht eine Richterin Mängel im formalen Ablauf der Genehmigung des Pakets durch die Aktionäre im Jahr 2018.

Das Analysehaus Bernstein zeigt sich vor der Abstimmung skeptisch und senkt das Kursziel auf 120 USD.

Die Sorge: Sollten sich die Aktionäre auf der Hauptversammlung gegen das Aktienpaket aussprechen, so könnte Chef Elon Musk seinen KI-Projekten wie xAI oder FSD (autonomes Fahren) zukünftig außerhalb von Tesla nachgehen. Tesla würde wirklich zu einem (fast) reinen Automobilhersteller verkommen. Damit hatte Elon Musk in der Vergangenheit gedroht.

Wie sich das anfühlen kann, hat Elon Musk zuletzt bewiesen. So wurde Nvidia angewiesen, mehrere Tausend AI-Chips, die ursprünglich für Tesla gedacht waren, an X und xAI zu liefern. Elon Musk hatte das damit begründet, dass man bei Tesla gerade keine Möglichkeit hätte diese Chips zu verbauen.

Damit rechnet Bernstein

Bernstein glaubt, dass das 56 Mrd. USD Vergütungspaket von Tesla-CEO Elon Musk die Abstimmung der Aktionäre wahrscheinlich nicht bestehen wird.

25 % der berechtigten Aktionäre dürften der “Nein”-Empfehlung von ISS und Glass Lewis oder institutionellen Anlegern folgen, die öffentlich mit “Nein” stimmen. Dazu zählt unter anderem der Norwegische Staatsfonds.

Tesla benötigt über 73 % der verbleibenden Wählerstimmen zur Genehmigung, bei einer angenommenen hohen Beteiligung von 75 %, was über dem historischen Maximum von 63 % liegt.

Bei Ablehnung des Vergütungsplans würde sich die verwässerte Aktienanzahl um 9 % verringern, was den Gewinn pro Aktie um 10 % steigern würde. Fundamental hätte die Ablehnung des Aktienpakets eine positive Auswirkung. Die Frage nur, ob mit oder ohne Elon Musk und den vielversprechenden Zukunftsprojekten. Die Aktie könnten gemäß Bernstein jedoch um mehr als 5 % fallen, aus Angst, dass Musk das Unternehmen verlassen könnte.

Die Machtspielchen von Elon Musk werden auch dann indirekt erkennbar, wenn er wie zuletzt auf X andeutet, dass er nicht abgeneigt wäre, langjährige Tesla-Aktionäre mit einem frühzeitigen Zugang zu einem möglichen Starlink-IPO zu belohnen. Ob das nach einem negativen Voting der Fall wäre, ist natürlich fraglich.

Die Chancen auf die Genehmigung der vorgeschlagenen Re-Domizilierung von Tesla nach Texas ist höher, aber weiterhin unsicher.

Siehe auch: Die neue Goldesel App

Morgan Stanley sieht das Tesla-Smartphone kommen

Am Mittwoch hat Morgan Stanley ihre positive Einschätzung von Tesla mit einem “Overweight”-Rating und einem Kursziel von 310 USD bestätigt. Der Grund: Tesla-Besitzer nutzten bereits ihr Smartphone als Hauptschlüssel, um ihr Auto zu entsperren und verschiedene Remote-Anwendungen zu steuern. Der ‘Action-Button’ auf dem neuen iPhone 15 könnte diese Nutzung auf ein neues Bequemlichkeitsniveau heben.

Die Analysten von Morgan Stanley betonen, dass sich die Grenzen zwischen Autos und Smartphones zunehmend auflösen. In fortlaufenden Gesprächen mit Managern aus der Automobilbranche und Branchenexperten sei klar geworden, dass das Auto zunehmend zu einer Erweiterung des Telefons wird und umgekehrt.

Seit Jahren wird das Potenzial von Tesla diskutiert, in Rand-Computing-Bereiche jenseits des Autos vorzudringen. Nach der jüngsten Apple WWDC-Konferenz hat Tesla-CEO Elon Musk das Thema erneut aufgegriffen und betont, dass die Herstellung eines solchen Geräts ‘nicht ausgeschlossen’ sei. Musks Investitionen in seine eigenen Projekte im Bereich der generativen Künstlichen Intelligenz, wie beispielsweise ‘Grok’, verdeutlichen das strategische Überschneidungspotenzial.

Ganz fern ab wäre es nicht.

Neues Tesla-Kursziel für das Jahr 2029

Investorin und CEO der Investmentgesellschaft Ark Invest, Cathie Wood, hat heute ihr neues Tesla-Kursziel für 2029 mitgeteilt: Ihrer Ansicht nach beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass Tesla im Jahr 2029 mindestens 3.100 USD pro Aktie wert sein könnte, 25 %.

Die Bullen- und Bärenthese für Tesla liegt dabei zwischen 3.100 USD bzw. 2.000 USD pro Aktie.

Ihre aktuellen Szenarien aus dem April 2023 hatten noch folgende Kursziele vorgesehen:

Fazit: Die Spannung ist hoch! Der Aktienkurs reagierte bereits im Vorfeld negativ auf die zahlreichen Anleger, die sich negativ gegen das Aktienpaket aussprechen möchten.

Auch wenn das Aktienpaket eine deutliche Verwässerung für Tesla-Aktionäre bedeuten würde, finde ich es gerechtfertigt. Es wurde abgesegnet, da niemand damit gerechnet hatte, dass Elon Musk die damals absurd klingenden Bedingungen erreichen würde. Ohne den Tesla-CEO würde das Unternehmen nicht dort stehen, wo es heute steht.

Es wird interessant werden, ob Musk seine Drohungen wirklich in die Tat umsetzen würde, wenn er sein Aktienpaket nicht erhält. Bernstein sagt, dass dieses Risiko derzeit deutlich unterschätzt wird.

Ich habe mir spekulativ eine kleine Position privat gekauft.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte

Der Autor ist im besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert. Transparenzhinweis: Die im Artikel vorgestellten Derivate werden durch die Redaktion ausgesucht. Wir arbeiten aber mit ausgewählten Emittenten zusammen, die mit der Goldesel Trading & Investing GmbH in einer Geschäftsbeziehung stehen. Bitte beachten Sie: Der Handel mit Derivaten ist mit einem erheblichen Risiko verbunden und kann unter Umständen zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.

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