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Dominik Maier

09.05.2021 20:21

Spotify Aktienanalyse

Spotify hat die Musikbranche revolutioniert und die Art und Weise, wie Menschen auf Musik zugreifen und sie genießen, für immer verändert. Mit über 70 Millionen Songs und über 158 Millionen Premium Subscribern ist Spotify der führende Audio-Plattform-Anbieter. Doch wie groß ist der Burggraben? Was steckt hinter dem Geschäftsmodell? Und wird das Unternehmen die Zukunft weiterhin „rocken“?

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Unternehmenshistorie 

Spotify wurde am 23. April 2006 vom derzeitigen CEO Daniel Ek und Martin Lorentzon in Stockholm gegründet. Das Ziel war es einen Musik-Service zu entwickeln, der mindestens so groß und bedienungsfreundlich wie Napster und legal betrieben werden sollte und der für die Übertragung der Rechte an die Musikindustrie bezahlt. Neben all den Piratenprodukten, die es im Internet gab, war das Ziel außerdem wieder Wachstum in die Musikindustrie zu bringen und den Künstlern damit die Chance zu geben, weiter ihre Musik zu machen. 2 Jahre später, am 07. Oktober 2008 wurde der Musikstreaming-Service veröffentlicht, mit dem das Unternehmen weltweit bekannt wurde. Anfangs konnte der Service kostenlos und nur über eine Einladung genutzt werden, während das kostenpflichtige Spotify-Upgrade jedem zur Verfügung stand. 2009 kam Spotify schließlich in den Apple-App-Store wo es dann die 1. Million an Mitglieder erreichte. In den nächsten Jahren erhielt Spotify immer mehr Investitionen, um in immer mehr Ländern vorzudringen und dort den Service anzubieten, sodass die Anzahl der Abonnenten zwischen 2011 und 2013 auf 30 Millionen anstieg. Mit 60 Millionen zahlenden Nutzern übertraf Spotify den größten Konkurrenten „Apple Music“ um Längen, welcher weniger als halb so viele Kunden verzeichnete. Am 03. April 2018 erfolgte daraufhin der Börsengang. Mittlerweile hat das Unternehmen 356 Millionen monatlich aktive Nutzer, wovon 158 Millionen zahlende Kunden sind.

Geschäftsführung

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Daniel Ek, Gründer und CEO von Spotify, geboren am 21. Februar 1983 in Ragsved, in der Nähe von Stockholm, gründete bereits mit 14 Jahren seine erste Firma, indem er Klassenkameraden HTML und Photoshop beibrachte und mit ihnen Websites für Kunden entwickelte, die damals bis zu 50.000 EUR kosten konnten. Diese Webagentur verkaufte er bereits mit 19 Jahren und wurde somit Millionär. Seine erste Stelle als CEO hatte Daniel beim Filesharing- und Streaminganbieter „uTorrent“, welches sowohl legalen als auch illegalen Content zum Download anbot. Zwischenzeitlich gründete und verkaufte Ek weitere Unternehmen. Eines davon mit dem Namen „Advertigo“ an die Firma „Tradedoubler“, deren CEO Martin Lorentzon später der Co-Founder von Spotify wurde. 

2006 gründeten die beiden die Spotify AB mit der Idee, Musik für alle Menschen legal und zugänglich zu machen. Bis 2013 war Lorentzon CEO des Unternehmens und bis 2016 außerdem auch Vorsitzender des Aufsichtsrats. Beide Positionen wurden von Daniel Ek abgelöst, welcher Spotify seitdem alleine leitet.  

Das Besondere an der Geschäftsführung ist es, dass Spotify’s Unternehmensstrategie als „agiles Unternehmen“ bezeichnet wird, in dem nicht ein Vorgesetzter, sondern das Team in Absprache miteinander die Arbeitsteilung bestimmt. Diese Teams, welche bei Spotify „Squad“ heißen, bestehen aus 8 Personen. Dieses System soll die Autonomie der Mitarbeiter fördern und somit einen stärkeren Kreativitäts- und Innovationsprozess begünstigen.

Geschäftsmodell 

Das Hauptgeschäft der Audio-Streaming-Plattform Spotify besteht darin, DRM-geschützte (Digital Rights Management, also urheberrechtlich geschützte digitale Dateien) Musik, Videos und Podcasts von Plattenfirmen, Medienunternehmen und Privatpersonen bereitzustellen. Spotify bietet dafür einen „Freemium-Dienst“ an, wobei die Grundfunktionen kostenlos zur Verfügung stehen. Der Nutzer kann dabei so viel Musik hören wie er möchte, jedoch muss man mit Einschränkungen wie Werbeeinblendungen- und anzeigen leben. Mit der kostenpflichtigen Variante erhalten Nutzer weitere Funktionen wie z.B. die Möglichkeit Playlisten, Podcasts und Alben herunterzuladen und offline, sowie werbefrei zu hören.  

Spotify kategorisiert seine Einnahmen in 2 Segmente: Premium und Ad-Supported. Der größte Teil des Umsatzes wird mit 89,94 % (1,931 Milliarden EUR) im 1. Quartal 2021 über das Premium-Segment erwirtschaftet, auf welches wir zuerst eingehen werden.   

Premium 

Spotify bietet den Kunden 5 verschiedene Premium-Abos an, welche sich in der Anzahl der Nutzer und im Preis unterscheiden. Alle Premium-Abos bieten die Möglichkeit, Musik ohne Werbeunterbrechung, offline und auf Abruf zu hören, jedoch können sie von Markt zu Markt variieren.  

Spotify Individual: 9,99 EUR / Monat, 1 Person kann zugreifen. 

Spotify Duo: 12,99 EUR / Monat, 2 Personen, die unter einem Dach leben, können zugreifen.  

Spotify Family: 14,99 EUR / Monat, bis zu 6 Personen, die unter einem Dach leben, können zugreifen. Unangemessene Musik kann für jüngere Hörer außerdem blockiert werden.  

Spotify Student: 4,99 EUR / Monat, 1 Person kann zugreifen.  

Spotify Premium Mini: 0,28 EUR / Woche, eine günstige Version für Nutzer in Indonesien und Indien. 

Das Premium-Segment wuchs im 1. Quartal im Jahresvergleich um 21 % auf 158 Millionen Nutzer und erreichte damit das obere Ende der Prognose. Es wurden somit knapp 4 Millionen Abonnenten hinzugefügt, was zu einem gesunden zweistelligen Wachstum im Jahresvergleich in allen Regionen führte. Der Gesamtumsatz für das Premium-Segment betrug im 1. Quartal 1,931 Milliarden EUR was eine Steigerung von 14 % im Jahresvergleich bedeutet. (Diagramm selbst erstellt) 

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Ad-Supported 

Spotify bietet den Werbetreibenden durch die eigene Spotify Ad Studio-Plattform eine vereinfachte Möglichkeit, verschiedene Werbelösungen erfolgreich zu gestalten und zu platzieren. Egal ob man Hörer der Generation Z oder Podcast-Fans ansprechen möchte, mit Ad Studio wird es ermöglicht, die gewünschte Zielgruppe zu definieren und vereinfacht zu erreichen. Durch wirkungsvolle Targeting-Tools kann man die Botschaft nach Standort und Interessen ausrichten und die Zielgruppe in unterschiedlichen Echtzeit-Kontexten erreichen. Alles, was hierbei benötigt wird, sind entweder Audio oder Video Ads.  

Dank niedriger Mindestbudgets kann man bereits ab 250 EUR eine Kampagne schalten. Je größer die gewünschte Reichweite sein soll, desto teurer werden die Ausgaben. Ad Studio ist außerdem eine Self-Service-Plattform, sprich, die Werbetreibenden haben die Kontrolle. Man wählt das richtige Targeting aus, anschließend erstellt und verwaltet man seine Kampagne und erhält Reportings in Echtzeit.  

Spotify bietet den Werbetreibenden bisher 8 verschiedene Werbelösungen an, um Nutzer über die Plattform zu erreichen. 

Audio Ads: Audio Ads werden zwischen den Songs geschaltet, welche noch mit einem klickbaren Link ergänzt werden können. Die Plattformen für diese Art von Werbung sind Mobile, Tablet, Desktop und Web, wobei die Verfügbarkeit der Ads für Spielekonsole, Smart-TVs, In-Car und Smart Peakern von Markt zu Markt unterschiedlich sind. 

Podcast Ads: Podcast Ads werden während eines Podcasts gespielt und können in einem Content-Umfeld mit hohem Engagement und intimen Hörmomenten ein hochwertiges Werbeumfeld für Marken sein. Die Plattformen für diese Art von Werbung sind Mobile, Desktop, Tablet, Web, Spielekonsole, Smart-TVs, Smart Speaker, In-Car und Wearables. 

Sponsored Sessions: Sponsored Sessions sind Video Ads, welche vor Beginn des Hörvergnügens geschaltet werden. Nachdem die Hörer sich das Video Ad angesehen haben, erhalten sie 30 Minuten Spotify ohne Unterbrechung. Die Plattformen für diese Art von Werbung sind Mobile und Tablet-Geräte.  

Video Takeover: Video Takeover werden geschaltet, wenn der Nutzer aktiv nach Musik und Podcasts sucht. Video Takeover Ads haben ein Companion-Banner und einen CTA (Call-to-Action) für mehr Engagement. Die Plattformen für diese Art von Werbung sind Mobile, Tablet und Desktop. 

Sponsored Playlist: Durch Sponsored Playlists wird ein exklusives Sponsoring der beliebtesten Spotify Playlists ermöglicht, um ein hohes Engagement mit nativer Werbung zu ermöglichen. Die Plattformen für diese Art von Werbung sind Mobile und Desktop.  

Overlay Ads: Overlay-Ads werden ausgespielt, sobald Nutzer zur Spotify App zurückkehren. Die aufmerksamkeitsstarke Display Ad ist klickbar und generiert Traffic zur Webseite, App oder Online-Destination der jeweiligen Marke. Die Plattformen für diese Art von Werbung sind Mobile und Desktop.  

Homepage Takeover: Homepage Takeover erschafft ein wirkungsvolles Markenerlebnis, indem die Botschaft 24 Stunden lang auf der Desktop-Startseite von Spotify angezeigt wird. Homepage Takeover ist klickbar und unterstützt interaktive Elemente. Die Plattform für diese Art von Werbung ist nur auf dem Desktop verfügbar. 

Leaderboard: Leaderboard Ads sind kleine Banner, welche exklusiv 30 Sekunden lang angezeigt werden. Die Ads sind klickbar und werden nur geschaltet, wenn Spotify im Blickfeld ist. Die Plattform für diese Art von Werbung ist nur auf dem Desktop verfügbar.  

Der werbefinanzierte Umsatz übertraf die Prognosen, da alle Regionen im Jahresvergleich zweistellig zulegten. Der Umsatz im Ad-Supported-Segment wuchs im 1. Quartal 2021 im Jahresvergleich um 46 % auf 216 Millionen EUR, also mehr als 3x so schnell wie das Premium-Segment. Die Stärke des werbeunterstützten Umsatzes wurde vor allem durch Podcast- und Programmatic-Kanäle getragen, wobei erstere durch geschickte Akquisitionen von Megaphone (am 10. November 2020 für 235 Millionen USD), einer großen Werbe- und Publishing-Plattform für Podcasts, welche von über 20.000 Podcastern wie Wall Street Journal oder ESPN genutzt wird und der Akquisition von The Ringer (am 05. Februar 2020 für 196 Millionen USD), einem US-amerikanischen Podcast-Netzwerk, profitierten. Außerdem profitierte der Podcast-Bereich durch die Lizenzierung der Joe Rogan Experience, welche am 19. Mai 2020 für mehr als 100 Millionen USD gekauft wurde. 

Spotify Ad Studio ist im Jahresvergleich ebenfalls erheblich gewachsen. Das Self-Service Angebot wurde auf weitere Märkte wie Frankreich, Deutschland und Italien ausgeweitet. Außerdem wurde mit dem Betatest von Podcast-Inventaranzeigen bei Spotify Ad Studio in den USA begonnen. Das Unternehmen plant hierbei eine neue Plattform für Audiowerbung in Podcasts. Das Spotify Audience Network sei dabei der erste Werbe-Marktplatz mit diesem Fokus. Dabei geht es zunächst um Werbung für Spotifys Eigenproduktionen, welche über Anchor (am 06. Februar 2019 für 140 Millionen USD übernommen, einer kostenlosen Plattform für die Erstellung von Podcasts und Megaphone, produziert werden. 

Geringe Umsätze werden außerdem noch über Ticketverkäufe für Konzerte und Festival sowie Merchandise von einzelnen Künstlern erzielt.  

Kosten der Umsätze 

Im Gegensatz zum klassischen CD oder Vinyl-Scheiben Verkauf, werden im Streamingzeitalter die Produzenten und Labels eines Songs per Stream bezahlt. Es gibt jedoch nicht einen einzigen Betrag den Spotify pro Stream auszahlt, sondern unzählige verschiedene. Dies hängt von vielen Faktoren ab, jedoch hauptsächlich davon, aus welchem Land der Stream stammt und ob der Hörer ein Gratis- oder Premium-Abo hat. Da der Abopreis in unterschiedlichen Ländern variiert, so unterschiedlich sind auch die Auszahlungen je Stream. In Dänemark kostet umgerechnet ein Spotify Premium-Abo 13,30 EUR wo hingegen man in Indien gerade Mal 1,36 EUR monatlich bezahlt. Dadurch erhält man in Dänemark ungefähr 4.385 EUR je 1 Million Stream und in Indien 1.200 EUR, in Deutschland erhält man ungefähr 2.900 EUR und in den USA ungefähr 3.000 EUR. Im Schnitt erhält man in den 18 wichtigsten Musikmärkten 2.739 EUR für 1 Million Streams. Es zählen außerdem auch nur Songs, die mindestens 30 Sekunden abgespielt worden sind.  

Auch die Werbeeinnahmen variieren von Markt zu Markt und schwanken in jedem einzelnen Markt von Monat zu Monat. Gleichzeitig verändert sich auch jeden Monat die Anzahl der Premium-Abos und die Anzahl durch die Hörer generierten Streams. Kurz gesagt sind die Zahlen in konstanter Veränderung und somit auch die Auszahlung an die Künstler. 

Spotify behält von allen erzielten Einnahmen 30 % für sich. Von den restlichen 70 % wird ein Teil für die Songwriter und Komponisten abgeführt und der Rest geht dann via Label oder Vertrieb an die Rechteinhaber des Songs.  

Wichtige Kennzahlen 

Die folgenden Kennzahlen in der unteren Tabelle sind alle in EUR angegeben: Umsatz, EPS und Gewinn. (Tabelle wurde selbst erstellt)

Anhand der Tabelle erkennen wir, dass Spotifys Umsatzwachstum in der Vergangenheit nachgelassen hat, jedoch langsam wieder an Fahrt aufnimmt. Nicht zuletzt durch die werbebasierten Umsätze, welche sich im 1. Quartal im Jahresvergleich um 46 % auf 216 Millionen EUR erhöht haben. Obwohl dieser Bereich immer noch sehr klein ist, wächst dieser mehr als 3x so schnell wie der Premium-Bereich, welcher im Jahresvergleich um 14 % auf 1,931 Milliarden EUR gewachsen ist.  

Die Bruttomarge lag im 1. Quartal bei 25,5 %, sie befindet sich am oberen Ende des Prognosebereichs und flach im Jahresvergleich. Der operative Verlust betrug 14 Millionen EUR und der Free-Cash-Flow betrug 41 Millionen EUR, was eine Steigerung von 61 Millionen EUR im Jahresvergleich ist. Das Unternehmen hat außerdem 2,48 Milliarden EUR an Cash und 1,54 Milliarden EUR an Schulden. 

Die Rule of 40 ist eine Kennzahl, auf welche besonders bei SaaS- und Wachstumsunternehmen geachtet wird. Die Rule of 40 sollte, wie der Name schon verrät über 40 % liegen. Sie ergibt sich aus der Summe des Umsatzwachstums und der Free-Cashflow-Marge. Spotify hat hierbei eine Rule of 40 von 18,71 %, was unter dem Durchschnitt und somit negativ zu bewerten ist. 

Die monatlichen aktiven Benutzer haben sich im 1. Quartal 2021 im Jahresvergleich um 24 % auf 356 Millionen erhöht, wobei die Premium Subscriber sich um 21 % auf 158 Millionen und die Ad-Supported Nutzer um 27 % auf 208 Millionen erhöht haben.  

Durch die unterschiedlichen Preismodelle in unterschiedlichen Märkten liegt der ARPU (durchschnittlicher Umsatz per Benutzer) im 1. Quartal 2021 bei 4,12 EUR. Im Jahresvergleich ist dieser jedoch um 7 % gefallen, währungsbereinigt jedoch nur 1 % unter dem Vorjahr. Bisher hatte Spotify die Preise im Premium-Angebot in über 30 Märkten erhöht, erste Ergebnisse haben keine Auswirkungen auf die Stornierungsrate gezeigt. Am 26. April wurden weitere Preiserhöhungen in 12 weiteren Märkten angekündigt. Dadurch können sich die Umsätze und die Profitabilität in den kommenden Quartalen verstärkt erhöhen.  

Chancen 

Die Konsensschätzungen für das laufende Fiskaljahr 2021 liegen bei 402 – 422 Millionen monatlichen aktiven Benutzern, wovon 172 – 184 Millionen Premium Subscriber sein sollen. Der Gesamtumsatz soll zwischen 9,11 – 9,51 Milliarden EUR liegen, bei einer Bruttomarge von 24 bis 26 % und einem operativen Verlust von 250 bis 150 Millionen EUR.  

Am 22. Februar 2021 hat Spotify seine Investor-Präsentation „Stream On“ auf YouTube veröffentlicht und einige spannende Pläne für die Zukunft angesprochen, welche wir uns kurz anschauen werden.  

  • Spotify plant in Zukunft z.B. „Spotify Clips“ herauszubringen, eine Art Snapchatstory für Künstler, um eine noch stärkere Bindung zu den einzelnen Fans aufzubauen. 
  • Des Weiteren plant das Unternehmen „Spotify HiFi“ zu veröffentlichen, ein teureres Abomodell für eine noch bessere Soundqualität, wodurch sich die Margen weiter erhöhen sollten.  
  • Ein Marktplatz namens „Soundbetter“ ist außerdem in der Planung, in dem Künstler, Producer, Mixer oder talentierte Menschen für das Mastering gebucht und gefunden werden können.  
  • Spotify sieht außerdem ein großes Potenzial im Bereich Podcasting. Schaut man 3 Jahre in die Vergangenheit, so standen damals nur ein paar 1000e Podcasts zur Verfügung. Mittlerweile gibt es über 2,6 Millionen davon auf der Spotifyplattform. Man möchte in Zukunft mit lokalen Studioteams in über 17 Ländern zusammenarbeiten, um eine Podcastexpansion weltweit zu beflügeln. 
  • Spotify for Podcasters arbeitet mit der Software Anchor zusammen, welches wie oben bereits erwähnt wurde, von Spotify übernommen wurde. 8 von 10 neuen Podcasts werden mittlerweile über Anchor erstellt, eine marktführende Plattform. Anchor soll außerdem in Zukunft Videos ermöglichen, die zum Audio hinzugefügt werden können. Außerdem soll in Zukunft noch Kommunikation in Form von Q&A über die Software möglich gemacht werden.
  • Ads und Anchor sollen zusammen harmonieren. Über das Spotify Audience Network soll ein Advertising Marktplatz geschaffen werden, in dem Werbetreibende Podcasts kaufen und mit Werbung sponsern können. Dadurch stehen für Spotify zukünftig zusätzliche Monetarisierungsmethoden zur Verfügung, welche zum einen hohe Margen versprechen und zum anderen skalierbar sind.  
  • Doch damit nicht genug, Spotify plant außerdem, einen Abonnementservice für Hardcore-Fans von Podcasterstellern einzuführen, um bezahlte Bonusepisoden zu ermöglichen. Die Kosten für das Abonnieren werden vom Ersteller festgelegt, fallen jedoch in eine der folgenden Stufen: 2,99 USD, 4,99 USD oder 7,99 USD pro Monat. Apple will einen ähnlichen Service anbieten und gab bekannt, dass im 1. Jahr 30 % an Apple gehen und im 2. Jahr 15 %. Spotify geht hierbei aggressiver vor und hat bekannt gegeben, dass das Programm in den nächsten 2 Jahren kostenlos sein wird, was bedeutet, dass die Entwickler 100 % des Umsatzes behalten werden. Im Frühjahr 2023 plant Spotify dann eine Gebühr von 5 % für den Zugriff auf das Tool einzuführen. Bei wem würden Podcaster nun lieber einen solchen Service anbieten?  
  • Das Unternehmen hat am 30. März 2021 außerdem angekündigt Betty Labs, der Entwickler von Locker Room, einer Live-Audio-Plattform wie Clubhouse für ungefähr 80 Millionen USD zu übernehmen. Hier möchte man innerhalb der Spotify App eine Live-Audio-Plattform für die Bereiche Sport, Musik und Podcast entwickeln. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Clubhouse, sollen die Talks direkt auf Spotify veröffentlicht und langfristig verfügbar gemacht werden. 
  • Im Stream On Event gab Spotify noch bekannt, in über 80 neue Märkte wie Asien, Afrika, Karibik und Lateinamerika zu expandieren. Zusammen machen diese Märkte 1 Milliarde Menschen aus, wobei bisher nur die Hälfte davon Internetzugang hat. 

Die Aktie wird aktuell von 18 Analysten auf Tipranks gecovert, davon 11 mit „buy“, 7 mit „hold“ und keiner mit „sell“. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten beträgt 291,45 EUR, wobei das höchste Kursziel bei 374,34 EUR liegt und das niedrigste bei 216,28 EUR.  

Risiken

Eines der derzeitigen Risiken ist die zunehmende Konkurrenz von großen Unternehmen wie Apple Music und Amazon Music und die damit verbundenen hohen Cashpositionen. Spotify ist jedoch der führende Anbieter von zahlenden Abonnenten im Musikstreaming weltweit und sollte durch innovative Produktverbesserungen und einer ansprechenderer UI in der Lage sein, diese Stellung zu halten. (Diagramm selbst erstellt)

Derzeit bereitet die EU das Kartellverfahren gegen Apple vor, da der Konzern andere Streaminganbieter durch die 15 % Appstore Gebühren benachteiligt. Sollte Apple den Rechtsstreit gewinnen, könnte das für einen kurzfristigen Verkaufsdruck in der Aktie sorgen.  

Ein weiteres Risiko ist, dass Spotify weiterhin Geld verbrennt, alleine im letzten Jahr 580 Millionen EUR. Da das Unternehmen viel Geld für Marketing und R&D ausgibt, um die Reichweite zu erhöhen und die Produkte zu verbessern. Durch stärkere Investitionen im Bereich Podcast und des schnellen Wachstums im Werbesegment sollte Spotify im Jahr 2023 das erste Mal schwarze Zahlen schreiben.  

Je mehr Nutzer Spotify verwenden, desto mehr Lizenzgebühren müssen an Musiklabels bezahlt werden. Das Problem der Skalierbarkeit wird deutlich, wenn man das Umsatzwachstum mit dem Wachstum der Lizenzgebühren vergleicht. Im Jahr 2019 stieg der Umsatz von Spotify im Jahresvergleich um 29 %, während die Lizenzgebühren um 30 % stiegen. Im Jahr 2020 stieg der Umsatz um 17 %, genau wie die Lizenzgebühren. Auch hier sucht sich Spotify über Podcasts und die damit verbundenen Werbeeinnahmen andere Wege um die Skalierbarkeit zu erhöhen. 

Burggraben 

Angesichts der Tatsache, dass es nur 2 weitere große Musik-Streaming-Dienste gibt, ist dies ein Hinweis darauf, dass es in dieser Branche große Markteintrittsbarrieren gibt. Spotify hat den Vorteil vom Markennamen, Ruf, Netzwerkeffekten und ist zugleich ein Synonym für Online-Musik. 

Sind die Nutzer einmal mit der Plattform zufrieden, besteht wenig Bedarf, diese zu wechseln. Das Unternehmen lernt im Laufe der Zeit den Musikgeschmack eines Benutzers durch künstliche Intelligenz kennen und personalisiert die Benutzererfahrung somit.  

Spotify investiert außerdem viel Geld in originalen Content, wie durch die Lizenzierung der Joe Rogan Experience und hebt sich dadurch immer mehr von der Konkurrenz ab. Dadurch, dass Ersteller von Podcasts 100 % der Umsätze bis ins Jahr 2023 behalten dürfen, im Gegensatz zu Apple, welche im ersten Jahr 30 % verlangen und danach 15 %, dürfte Spotify mehr Ersteller anziehen, was wiederum zu mehr Content und stärkerem Netzwerkeffekt führen sollte. 

Der Chart 

Sollte die Zone von 182 EUR – 190 EUR nicht halten, könnte die Aktie aus chartechnischer Sicht vermutlich auf 145 EUR fallen, da der Verkaufsdruck durch erhöhtes Volumen an Verkaufstagen hoch ist. Bestenfalls läuft die Aktie in die oben genannte Zone von 182 EUR – 190 EUR und konsolidiert dann. Anschließend kann man dann mittelfristig mit einer Aufwärtsbewegung rechnen. Sollte diese Zone nicht halten, befindet sich die Aktie in einem starken Abwärtstrend.  

Fazit 

Spotify investiert viel Geld in Produktverbesserung und -erweiterung und ist mit über 70 Millionen Songs, 2,6 Millionen Podcasts und 356 Millionen monatlich aktiven Nutzern der führende Anbieter im Bereich Audio-Streaming. Der Werbebereich wächst mehr als 3x so schnell wie der Premium und verspricht zugleich höhere Margen. Sollte das Unternehmen die führende Stellung weiterhin halten oder vielleicht sogar ausbauen können, könnte in der Zukunft viel Geld mit Podcasting und den damit verbundenen Werbeumsätzen erzielt werden. Derzeit schreibt Spotify jedoch noch rote Zahlen und die hohen Cashbestände der Konkurrenten stellen ein gewisses Risiko dar. Jedoch hat Spotify in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass sich das Unternehmen gegenüber der Konkurrenz durchzusetzen kann und da die Netzwerkeffekte mit jedem Tag stärker werden, besteht hier nur ein geringeres Risiko. Weitere Fantasie besteht außerdem durch die Übernahme von Betty Labs und der aggressiven Expansion in über 80 neue Märkte mit der Reichweite von 1 Milliarde Menschen. Langfristig orientierte Anleger könnten bereits eine erste Position aufbauen und diese im Bereich 182 EUR – 190 EUR weiter ausbauen. 

Quellen:

¹ Quelle zur Tabelle: https://finance.yahoo.com/quote/SPOT/key-statistics?p=SPOT 

² Quelle zum Bild: https://www.linkedin.com/in/daniel-ek-1b52093a/ 

³ Quelle zum Bild: https://s22.q4cdn.com/540910603/files/doc_financials/2021/q1/Shareholder-Letter-Q1-2021_FINAL.pdf 

⁴ Quelle zum Bild: Estimates von Factset

⁵ Quelle zum Bild: https://androidmag.de/app-reviews/spotify-und-co-im-grossen-musikstreaming-vergleich-sieben-anbieter-im-test/ 

⁶ Bildquelle: Chart von ViTrade

https://www.starting-up.de/geschaeftsideen/unternehmer-typen/daniel-ek-und-die-spotify-story.html

https://www.britannica.com/biography/Daniel-Ek

https://www.mediadb.eu/datenbanken/intern-medienkonzerne-2019/spotify-ab.html

https://praxistipps.chip.de/spotify-kosten-kostenlos-nutzen-und-preise_9678

https://www.spotify.com/de/premium/?_ga=2.27287740.1423298524.1619876059-1477538327.1619728788#plans

https://s22.q4cdn.com/540910603/files/doc_financials/2021/q1/Shareholder-Letter-Q1-2021_FINAL.pdf

https://ads.spotify.com/de-DE/news-und-insights/spotify-ad-studio-jetzt-in-deutschland-verfugbar/

https://ads.spotify.com/de-DE/ad-experiences/

https://beta.musikwoche.de/details/452576

https://www.theverge.com/2020/11/10/21557458/spotify-megaphone-podcast-streaming-ad-insertion

https://www.wsj.com/articles/spotify-strikes-exclusive-podcast-deal-with-joe-rogan-11589913814

https://t3n.de/news/podcasts-spotify-werbung-1357227/

https://www.theguardian.com/technology/2019/feb/06/spotify-buys-podcast-firms-gimlet-and-anchor-streaming-profits-music

https://imusician.pro/de/ressourcen/guides/spotify-fuer-musiker-und-labels/wie-verdiene-ich-geld-mit-spotify

youtube.com/watch?v=Vvo-2MrSgFE 

https://www.tipranks.com/stocks/spot/forecast

https://www.marketingdive.com/news/spotify-acquires-betty-labs-in-bet-on-live-audio-app-locker-room/597605/

https://t3n.de/news/clubhouse-spotify-locker-room-1370180/

https://www.computerbase.de/2021-04/spotify-vs-app-store-eu-bereitet-kartellverfahren-gegen-apple-vor/

https://www.igroovemusic.com/blog/wie-viel-erhalte-ich-pro-stream-auf-spotify.html

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