Blogartikelbild Shortseller Jim Chanos zu Coinbase: Anleger sind in Gefahr!

Shortseller Jim Chanos zu Coinbase: Anleger sind in Gefahr!

Jim Chanos ist Gründer der Investmentgesellschaft Kynikos Associates. Chanos ist bekannt für seine legendären Short-Trades zum Beispiel beim Niedergang von Enron vor dessen Konkursanmeldung im Jahr 2001 sowie bei den Zusammenbrüchen von Luckin Coffee und Wirecard. In einem Interview mit dem Podcaster Srivatsan Prakash äußerte sich der berühmte Shortseller Jim Chanos zu Coinbase.

Keine Einlagensicherung und dysfunktionales Geschäftsmodell

Jim Chanos spricht in dem Interview über die zwei primären Schwächen, welche Coinbase aus seiner Sicht habe. Als ein großes Problem sieht Chanos den Fakt, dass Coinbase trotz seines Firmensitzes in San Francisco, USA, nicht über ein System zur Einlagensicherung verfüge. Dieses System ist für Banken in den USA verpflichtend und schützt die Einlagen der Anleger bis zu einer Sicherungshöhe von 250.000 USD. „Wenn Coinbase etwas tut, was sie nicht tun sollten, wären Einleger und Leute, die Coins an der Börse halten, gefährdet“, sagt Chanos in dem Interview. Gleichzeitig glaube er nicht, dass Coinbase etwas Unrechtes mache: „Es gibt keine Beweise dafür, dass sie etwas tun, was sie nicht tun sollten.“

Das viel schwerwiegendere Problem bei Coinbase sei laut Chanos das Geschäftsmodell. Coinbase verlangt von Privatkunden immer noch eine Gebühr von 1,5 % des Ordervolumens. Das heißt, dass pro Trade (Kauf und Verkauf) etwa 3 % des Ordervolumens an Coinbase übergehen. Chanos rechnet vor: „Bei vier Handelsgeschäften pro Jahr mit Coinbase, verlieren Sie 10 % Ihres Kapitals.“ Dies sieht Chanos vor dem Hintergrund kritisch, dass Coinbase in einem Markt agiert, in welchem die meisten anderen Akteure ihre Provisionssätze drücken. „Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis Fidelity und Vanguard und alle anderen, die Krypto-Trading anbieten, Coinbase bei den gleichen grundlegenden Dienstleistungen komplett unterbieten werden“, so der berühmte Shortseller.  


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Blackrock-Deal irrelevant für die Bilanz

Auf die Bekanntgabe der Kooperation von Coinbase mit Blackrock, reagierte der Kurs mit einem Freudensprung von etwa 50 USD auf knapp 100 USD. Diese Entwicklung war laut Chanos absolut nicht gerechtfertigt. Erstens sei das institutionelle Geschäft trotzdem winzig im Vergleich zum Privatanleger-Geschäft und zweitens seien die Provisionssätze für institutionelle Anleger viel geringer als die für Privatanleger. Laut Chanos würde die überwiegende Mehrheit der Einnahmen von Coinbase nach wie vor mit Privatanlegern erzielt, nicht durch Geschäfte mit institutionellen Investoren.

„Mit dem institutionellen Geschäft verdienen sie kein Geld und werden es wahrscheinlich auch nie tun.“

Jim Chanos zu Coinbase in einem Interview mit Srivatsan Prakash

Tradingszenario

Der Kurs befindet sich seit dem IPO im Abwärtstrend. Seitdem Coinbase im November bei rund 369 USD stand, verlor die Aktie mittlerweile fast 90 % und wird aktuell zu rund 41 USD an den Allzeittiefs gehandelt. Noch vor wenigen Tagen äußerte sich Owen Lau von Oppenheimer positiv zu Coinbase und das Juni-Tief bei etwa 45 USD schien zunächst zu halten. Allerdings durchbrach der Kurs am vergangenen Freitag den Unterstützungsbereich nach unten, sodass sich der Abwärtstrend nun mit voller Wucht fortsetzt. Die Wahrscheinlichkeit für einen Bruch gen Süden stehen höher als für eine nachhaltige Bodenbildung.

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Bei Coinbase ist keine Trendwende in Sicht und mit dem Durchbrechen des Juni-Tiefs nach unten nimmt der Abwärtstrend sogar noch weiter Fahrt auf.
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