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Lars Weigand in Trading-Ideen

14.07.2023 21:13

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Reisebranche boomt – der deutsche Kranich lahmt

Nachdem die Reisebranche in der ersten Saison komplett ohne Corona-Beschränkungen ein fulminantes Comeback feiert, lahmt der deutsche Kranich der Lufthansa zuletzt etwas. Mit einer YTD-Performance von über 55 % kann sich zwar auch die Kursentwicklung der größten deutschen Airline durchaus sehen lassen, allerdings konnte die letzten Tage deutlicher Verkaufsdruck beobachtet werden. Deutet der Kurs auf fundamentale Probleme hin? Schauen wir es uns an.

Aktienverlinkung: DE0008232125

Die Kursentwicklung der letzten Tage

Droht die Aktie der Lufthansa nach unten wegzukippen? – Quelle: stock3.com

Der Kurs der Lufthansa-Aktie befindet sich aktuell in einem spannenden Bereich. Nachdem zuletzt mehrere Versuche gescheitert waren, die Widerstandszone um die runde 10 EUR-Marke zu überschreiten, fiel der Kurs in den letzten Tagen unter die Zone um 9 EUR. Hier befindet sich aktuell noch die 200-Tage-Linie, welche stand heute (14. Juli 2023) noch halt bietet.

An dieser Stelle sollte man sich nun auf zwei unterschiedliche Tradingszenarien einstellen. Einerseits könnte man darauf setzen, dass die 200-Tage-Linie als Unterstützung hält und auf dem aktuellen Niveau auf eine Kurserholung spekulieren, die sich zumindest in den Bereich der Widerstandszone bei 10 EUR erstrecken könnte. Dieses Szenario könnte mit dem folgenden KO-Zertifikat umgesetzt werden: 3er Hebel der HSBC – WKN HG5W17. Schließen sollte man den Trade, sofern die Aktie auf Tagesbasis nachhaltig unter die 200-Tage-Linie fällt.

Sollte die Unterstützung im Bereich der 200-Tage-Linie in den nächsten Tagen allerdings unterschritten werden, so ist mit weiteren Kursverlusten zu rechnen. In diesem Falle könnte die Aktie bis in die Zone bei 7,90 EUR zurückfallen. Dieses Short-Szenario ließe sich mit einem KO-Zertifikat der HSBC, 3,3er Hebel – WKN: TR93WDumsetzen. Als Absicherung dient hier der Bereich oberhalb der 9 EUR-Marke.

Auf Wochensicht sind die 50- und 200-Tage-Linie noch etwas entfernt, zudem wurde die Unterstützung im Bereich von 9 EUR wie beschrieben schon durchbrochen.

Im Wochenchart ist noch etwas Luft bis zur 200-Tage-Linie – Quelle: stock3.com

Gibt es Gründe für die Kursschwäche?

Eigentlich sollten beim deutschen Kranich alle Ampeln auf grün stehen. Die Ticketpreise sind so hoch wie lange nicht mehr und die Reiselust der Deutschen scheint ungebrochen. Gerade in der aktuellen Zeit vor, während und nach den Sommerferien ist das Reiseaufkommen am höchsten.

Mehr zur Reisebranche in diesem Artikel.

Gibt es dennoch Grund zur Sorge bei der Lufthansa? Wenn es nach dem CEO der konkurrierenden Billigfluglinie Ryanair, Michael O’Leary, geht, dann muss sich das Management der Lufthansa zukünftig gut anschnallen. In einem Interview mit dem Manager Magazin äußerte er seinen Unmut darüber, dass die Lufthansa zuletzt immer weiter die Preise angehoben habe und die deutschen Touristen daher die höchsten Flugpreise in ganz Europa zahlen müssten.

Zudem kritisierte er, die nationale Fluglinie werde zu stark vom Staat subventioniert und missbrauche anschließend ihre marktbeherrschende Stellung.

Aufgrund von Preiserhöhungen des Frankfurter Flughafens musste sich Ryanair im Jahr 2022 vom Standort Frankfurt zurückziehen. O’Leary kündigte nun an, dass sein Unternehmen in den nächsten 12 Monaten einen neuen Versuch wagen werde, sich in Frankfurt zu etablieren. Bei den aktuell hohen Ticketpreisen könnten viele Reisende in die Versuchung geraten, künftig mit der irischen Airline zu fliegen.

Darüber hinaus vermeldete das Management der Lufthansa zuletzt, dass man 6.000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt habe, um ein ähnliches Chaos bei der Passagierabfertigung wie im letzten Sommer zu vermeiden. Ein notwendiger Schritt um die hohen Ansprüche der Passagiere an die Airline zu erfüllen, auf der anderen Seite natürlich auch ein weiterer Kostenpunkt.

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