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Dominik Maier

17.10.2021 16:30

Netflix Aktienanalyse

Netflix ist der Pionier der Streaming-Unterhaltungsdienste, welcher Filme und Fernsehserien ohne Werbung anbietet und unbegrenzt auf jedem, mit dem Internet verbundenen, Bildschirm zu einer erschwinglichen, unverbindlichen monatlichen Gebühr angesehen werden kann. Mit über 209 Millionen zahlenden Abonnenten ist Netflix nicht nur der Pionier, sondern auch der führende Anbieter im Streaming-Bereich. Welche Faktoren könnten Netflix neben neuen zahlenden Abonnenten neue Wachstumsschübe verleihen? Und wie sieht es mit der Konkurrenz in dem hart umkämpften Markt aus?

Unternehmenshistorie

Reed Hastings, Co-Founder und CEO von Netflix, und Marc Randolph, ebenfalls Co-Founder von Netflix hatten im Jahr 1997 die Idee, DVDs per Post zu verleihen. Sie testeten das Konzept, indem sie sich selbst eine DVD schickten. Die DVD kam unversehrt an und die Idee für Netflix war geboren. So wurde Netflix.com, der erste Online-DVD-Verleih und -verkauf gegründet. 1999 wurde schließlich das Netflix-Abonnement eingeführt, mit dem Mitglieder DVDs unbegrenzt und ohne Rückgabefristen, Verzugsgebühren oder monatliche Beschränkungen ausleihen können. Im darauffolgenden Jahr wurde ein System zur individuellen Filmempfehlung eingeführt, welches die Mitglieder-Bewertungen bereits angesehener Titel nutzt, um künftige Titelentscheidungen exakt vorherzusagen. 2002 ging Netflix unter dem Tickersymbol $NFLX erstmals an die Börse. Der Erstausgabepreis betrug damals 1 USD pro Aktie. Nachdem die Mitgliederzahl 2003 1 Millionen überschreitet, lässt sich Netflix beim US Patent & Trademark Office sein Abonnement-System patentieren. 3 Jahre später erreichte die Mitgliederzahl schließlich 5 Millionen – das Businessmodell schien zu funktionieren. Der wirkliche Durchbruch gelang Netflix im Jahr 2007, als das Streaming von Titeln eingeführt wurde, wodurch Mitglieder Filme und Serien ab diesem Zeitpunkt online ansehen können. 1 Jahr später ging Netflix Partnerschaften mit Elektronikunternehmen ein, um Streaming auch über Geräte wie Xbox 360, Blu-ray-Player und TV-Set-Top-Boxen zu ermöglichen. Nachdem Netflix im Jahr 2008 eine Mitgliederzahl von 10 Millionen überschritten hatte, wurden Streaming-Partnerschaften für mit dem Internet verbundenen Fernsehgeräte abgeschlossen. In den darauffolgenden 2 Jahren expandierte Netflix nach Kanada und Lateinamerika, nachdem der Dienst nun auch auf mobilen Geräten zur Verfügung stand. So hatte das Unternehmen 2012 bereits 25 Millionen Abonnenten – der Expansion nach Europa stand nichts mehr im Wege. Mit House of Cards wird erstmals ein reines Streaming-Angebot mit 3 Primetime Emmy Awards ausgezeichnet. 2016 expandierte Netflix in 130 neue Länder und ist somit weltweit in über 190 Ländern und 21 Sprachen nutzbar, woraufhin 1 Jahr später die Mitgliederzahl weltweit auf 100 Millionen anstieg. Bis 2021 erhielt Netflix zahlreiche Oscars und Emmy Awards und die Mitgliederzahl stieg auf über 200 Millionen. 

Management

Reed Hastings, geboren am 08. Oktober 1960 in Boston, Massachusetts, USA, ist ein US-amerikanischer Unternehmen, Co-Founder und CEO von Netflix. Hastings studierte Mathematik am Bowdoin College in Brunswick, Maine und schloss sein Studium 1983 mit einem Bachelor ab. Nach seinem Dienst beim US Marine Corps verbrachte er 2 Jahre beim Peace Corps, wo Reed die meiste Zeit Mathematik unterrichtete. 1988 schloss Reed Hastings seinen Master-Abschluss in Informatik an der Stanford University ab. Anschließend wurde Hastings Softwareentwickler und gründete 1991 das Unternehmen Pure Software, welches er 1997 mit erheblichem Gewinn verkaufte. Kurz darauf entwickelte Hastings die Idee eines Filmverleihdienstes auf Abonnementbasis, nachdem er hohe Verzugsgebühren auf sich nehmen musste, als er eine im Laden gemietete Videokassette nicht zurückgab. Netflix wurde geboren. 

Spencer Neumann wurde im Januar 2019 zum CFO von Netflix ernannt. Seine Karriere begann Neumann 1992 zunächst bei der Walt Disney Company, wo er von 1999 bis 2001 als CFO der Walt Disney Internet Group und von 2001 bis 2004 als Executive Vice President von ABC Television Network tätig war. Von 2005 bis 2012 arbeitete er für die Private-Equity-Investmentgesellschaften Providence Equity Partners und Summit Partners. Anschließend übernahm Neumann mit weiteren Positionen zunehmend Verantwortung in der Walt Disney Company, wo er unter anderem von 2012 bis Mai 2017 als CFO und Executive Vice President of Global Guss Experience für Disney Parks and Resorts tätig war. Ab Mai 2017 hatte er dann vor seinem Wechsel zu Netflix die Rolle als CFO bei Activision Blizzard inne. Spencer Neumann verfügt über einen Bachelor in Wirtschaft und einen Master of Business Administration der Harvard University.

Was macht Netflix?

Netflix ist ein in den USA ansässiger Abonnement-Streaming-Unterhaltungsdienst und zeitgleich eine Produktionsfirma. Das Unternehmen bietet TV-Serien, Dokumentationen und Spielfilme in verschiedenen Genres und Sprachen. Netflix stellt dadurch eine Bibliothek mit Filmen und Fernsehserien bereit, produziert eigene Inhalte und ermöglicht seinen Nutzern den Zugriff auf alle Inhalte seiner Plattform über Internet-Streaming. Außerdem verschickt Netflix weiterhin DVDs auf Wunsch per Post. Mittlerweile ist das Unternehmen in insgesamt 190 Ländern verfügbar und hat Niederlassungen in den USA, Kanada, Frankreich, Brasilien, den Niederlanden, Indien, Japan, Südkorea und Großbritannien. Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen im Juli erreichte Netflix eine zahlende Abonnementbasis von 209 Millionen Nutzern, wodurch das Unternehmen als der größte Streaming-Anbieter der Welt gilt. Folgend eine Tabelle mit den 10 meist-gestreamten Eigenproduktionen von Netflix:

Die Eigenproduktion scheint ein voller Erfolg zu sein, was Netflix unter anderem Lizenzgebühren einspart und einen eigenen Wiedererkennungswert erzeugt. 

Netflix bietet keine Pay-per-View oder kostenlose werbefinanzierte Inhalte an, sondern setzt alles auf eine unverbindliche monatliche Gebühr. Das Unternehmen sieht sich selbst nicht als ein allgemeines „Video-Unternehmen“, das alle Arten von Videos wie Nachrichten, nutzergenerierte Videos, Live-Sport, Pornos und Musikvideos streamt. Es ist einzig und allein ein Unterhaltungsnetzwerk für Filme und Fernsehserien. Das Ziel ist es, die Komplexität zu erleichtern und hierdurch die Frustration zu beseitigen, die die meisten Multichannel-Anbieter bei ihren Kunden verursachen. Es geht dem Unternehmen vor allem um die Freiheit von On-Demand und um die Flexibilität jedes Bildschirms zu jeder Zeit.

Wie wirtschaftet Netflix?

Netflix bietet in den meisten Ländern 3 verschiedene Abonnementpläne an, welche sich im Preis, der Anzahl der gleichzeitig aktiven Bildschirme, der Qualität und der Anzahl der downloadbaren Geräte unterscheidet. In einigen Ländern, in denen es wirtschaftlich nicht so gut läuft und die meisten Nutzer Netflix nur über das Smartphone streamen, gibt es einen 4. Abonnementplan, der kostengünstiger ist und sich nur an der mobilen Mitgliedschaft orientiert. Folgend die Preisgestaltung und die Vorteile der verschiedenen Pläne in den USA:

Der durchschnittliche Preis für den Basic Plan beträgt 8,70 USD pro Monat, wobei Argentinien mit 3,28 USD das günstigste und die Schweiz mit 13,46 USD das teuerste Land ist.

Beim Standard Plan liegt der durchschnittliche Preis bei 12,26 USD pro Monat, wobei Argentinien wieder das günstigste Land mit 5,40 USD und die Schweiz mit 19,12 USD das teuerste Land ist. 

Der durchschnittliche Preis für den Premium Plan beträgt 15,92 USD pro Monat, wobei diesmal die Türkei mit 7,49 USD das günstigste und die Schweiz mit 24,77 USD das teuerste Land der Welt ist.

Der Streaming-Markt

Geht es nach Netflix, stehen wir noch ganz am Anfang des Übergangs vom Linearen zum On-Demand-Konsum von Unterhaltung. Laut Nielsen macht Streaming nur 27 % der Fernsehbildschirmzeit in den USA aus, verglichen mit 63 % beim linearen Fernsehen. Basierend auf derselben Studie schätzt Nielsen, dass Netflix derzeit nur 7 % der US-Fernsehbildschirmzeit ausmacht. In Anbetracht der Tatsache, dass Netflix in einigen Ländern weniger ausgereift ist und dies mobile Bildschirme ausschließt, ist Netflix zuversichtlich, dass sie dadurch einen langen Weg für Wachstum haben wird. Das Ziel ist es, den Anteil an Bildschirmzeit in den USA und auf der ganzen Welt weiter zu erhöhen.

Der geplante Zusammenschluss von Warner Media Group und Discovery sowie die anstehende Übernahme von MGM durch Amazon sind Beispiele für die anhaltende Branchenkonsolidierung, während sich Unternehmen an eine Welt anpassen, in der Streaming das lineare Fernsehen ersetzt. Die Branche hat sich im Laufe der Jahre erheblich konsolidiert (Time Warner/AT&T, Viacom/CBS, Discovery/Scripps, Disney/FOX, Comcast/NBCU/SKY usw.) aber Netflix glaubt nicht, dass diese Konsolidierung das Wachstum stark beeinflusst. 

Im Wettlauf, Verbraucher auf der ganzen Welt zu unterhalten, konkurriert Netflix weiterhin um die Bildschirmzeit mit einer Vielzahl von Unternehmen wie YouTube, Epic Games und TikTok. Jedoch sagt Netflix, dass sie hauptsächlich mit sich selbst konkurrieren, um den Service so schnell wie möglich zu verbessern. Folgend dennoch ein Vergleich zur Konkurrenz von Netflix einschließlich Roblox, da Netflix auch um Augäpfel anderer Gaming-Unternehmen zu kämpfen hat.

Zur Info: NTM TEV/REV (Total Enterprise Value / Umsatz für die nächsten 12 Monate), NTM P/E (Kurs-Gewinn-Verhältnis für die nächsten 12 Monate) und NTM TEV/REV (Total Enterprise Value/EBITDA). Die Marktkapitalisierung ist in USD angegeben. 

Wichtige Kennzahlen

Die folgenden Kennzahlen in der unteren Tabelle sind alle in USD angegeben: Umsatz, EPS, EBITDA, EBIT, Nettogewinn und Free Cashflow

Netflix weist seit Jahren ein stetiges Umsatzwachstum auf und konnte zugleich das EPS steigern. Auffällig ist der hohe Free Cashflow im Jahr 2020, welcher vor allem mit Produktionsunterbrechungen durch die Corona-Pandemie zusammenhängt. Im jetzigen Fiskaljahr wird ein negativer Free Cashflow erwartet, wonach im Fiskaljahr 2022 ein positiver Free Cashflow erwartet wird. Das EBITDA, das EBIT und der Nettogewinn konnten zudem stetig gesteigert werden.

Die folgenden Kennzahlen in der unteren Tabelle sind alle in USD angegeben: Umsatzkosten, R&D Kosten, S&M Kosten und G&A Kosten.

Die Umsatzkosten im Fiskaljahr 2018 machten 63,14 % des Gesamtumsatzes aus, im Fiskaljahr 2019 61,71 % und im Fiskaljahr 2020 61,14 %. Dies ist keine positive Entwicklung, da es zeigt, dass die Kosten mit steigenden Umsätzen ebenfalls steigen, wodurch das Unternehmen seinen Gewinn nur schwer hebeln kann. Die R&D Kosten steigen ebenfalls mit dem Umsatzwachstum, jedoch langsamer, als die Umsatzkosten.

Highlights vom 2. Quartal

Die folgenden Kennzahlen in der unteren Tabelle sind alle in USD angegeben: Umsatz, EPS, EBITDA, EBIT, Nettogewinn und Free Cashflow

Netflix konnte seinen Umsatz zum Vorjahresquartal um 19,4 % steigern und gleichzeitig seinen EPS fast verdoppeln. Das EBITDA und EBIT stiegen ebenfalls signifikant. Auffällig ist der Free Cashflow, welcher im Vergleich zum Vorjahr negativ ausfiel. Dies hängt vor allem mit den Covid-bedingten Produktionsstillständen zusammen. Positiv zu werten ist, dass Netflix erwähnte, dass das Unternehmen keine externe Finanzierung mehr benötigt, um das Tagesgeschäft zu finanzieren, wodurch die hohe Verschuldung in den kommenden Jahren nachlassen sollte.

Die Anzahl der zahlenden Abonnenten weltweit konnte seit dem Beginn der Pandemie über 3 Quartale hinweg um über 20 % gesteigert werden, jedoch ließ das Wachstum seit Q1 2021 nach. Gerade dadurch, dass die Wirtschaft sich wieder öffnet und die Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie nachlassen, sinken auch die Abonnentenzuwächse, wodurch auch die Vorjahresvergleiche immer schwieriger zu schlagen sind. Diesen Trend sollte man als Aktionär bei Netflix definitiv im Auge behalten.

Zur Info: UCAN steht für USA, Canada, Australia, New Zealand – EMEA steht für Europe, the Middle East and Africa – LATAM steht für Lateinamerika und APAC steht für Asia-Pacific

Bewertung

Zur Info: LTM TEV/REV (Total Enterprise Value/ Umsatz der letzten 12 Monate), NTM TEV/REV (Total Enterprise Value / Umsatz für die nächsten 12 Monate) und NTM P/E (Kurs-Gewinn-Verhältnis für die nächsten 12 Monate) 

Wenn es nach dem NTM TEV/REV und nach dem NTM P/E geht, ist Netflix derzeit im historischen Vergleich leicht unterbewertet. Um die Bewertung zu halten, muss sich Netflix jedoch weiterhin darauf konzentrieren, neue Nutzer auf die Plattform zu holen und diese zu zahlenden Abonnenten zu machen. Dadurch, dass Netflix eine Eigenkapitalquote von gerade einmal 28,17 % hat und seine Produktionen größtenteils mit Fremdkapital finanziert, hat sich ein hoher Schuldenberg angehäuft, wie wir folgend noch sehen werden. Der Rule-of-40-Score wird mit 27,15 nicht erfüllt. 

Das Unternehmen hat derzeit Barmittel und Geld in kurzfristigen Investments in Höhe von 7,77 Milliarden USD und Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von 27,1 Milliarden USD.

Was sagen Analysten?

Die Aktie wird aktuell von 30 Analysten auf Tipranks gecovert, davon 20 mit „buy“, 7 mit „hold“ und 3 mit „sell“.

Chancen und Ausblick

Für das 3. Quartal 2021 prognostiziert Netflix Netto-Abonnentenzugänge von 3,5 Millionen Gegenüber 2,2 Millionen im Vorjahreszeitraum. Sollte die Prognose erreicht werden, so hat Netflix in den letzten 24 Monaten mehr als 54 Millionen neue Netto-Abonnentenzugänge erreicht. Außerdem soll der Umsatz pro Mitglied im 3. Quartal auf währungsneutraler Basis um etwa 5 % gegenüber dem Vorjahr wachsen.

Für das Gesamtjahr 2021 wird weiterhin eine operative Marge von 20 % angestrebt, gegenüber 18 % im Jahr 2020. Nach der großen globalen Markteinführung im Januar 2016 hat sich das Unternehmen verpflichtet, die operative Marge danach kontinuierlich um durchschnittlich 3 Prozentpunkte pro Jahr zu steigern. In manchen Jahren ist Netflix etwas darüber (wie im Jahr 2020), in manchen Jahren etwas darunter (wie im Jahr 2021). Unter der Annahme, dass Netflix das Margenziel in diesem Jahr erreicht, hat sich die operative Marge in den letzten 5 Jahren verfünffacht und liegt der durchschnittlichen jährlichen Erwartung von 3 Prozentpunkten voraus. 

Netflix markiert seinen ersten großen Schritt über TV-Shows und Filme hinaus und plant eine Expansion in Videospiele. Zeitgleich wurde ein ehemaliger Manager von Electronic Arts und Facebook eingestellt, um die Bemühungen zu leiten. Die Idee ist, innerhalb des nächsten Jahres Videospiele auf der Streaming-Plattform anzubieten. Die Spiele werden neben der aktuellen Kost als neues Programm-Genre erscheinen. So wurde bereits am 26. August, in Polen, Netflix Mobile Gaming auf Android veröffentlicht. Hier können Nutzer 2 Spiele ausprobieren: Stranger Things 1984 und Stranger Things 3. Bisher sollen jedoch keine Werbung und keine In-App-Käufe geschaltet werden. Da Netflix angab, dass Gaming-Unternehmen wie Epic Games Konkurrenten in Bezug auf die Bildschirmzeit seien, ergibt dieser Schritt durchaus Sinn. Es bleibt abzuwarten, wie gut das Ganze ankommen wird und ob in der Zukunft nicht doch In-App-Käufe oder Werbung verfügbar gemacht werden, um die Einkommensströme zu diversifizieren. 

Außerdem hat Netflix vor Kurzem einen Klamotten-Onlineshop für Fans eingeführt, mit dem Merchandise eigener Serien und Filme angeboten wird. Der Streaming-Anbieter beginnt hier zunächst mit Anime-Serien, will aber auch für Fans des Meisterdiebs Lupin und Stranger Things Produkte anbieten. Obwohl dies wahrscheinlich nur einen sehr kleinen Teil der Umsätze ausmachen wird, zeigt es, wie viele Optionen das Unternehmen noch für die Zukunft zur Verfügung hat. 

Zusätzlich soll laut GSMA die Zahl der mobilen Internetnutzer weltweit von 3,8 Milliarden Ende 2019 auf 5 Milliarden bis 2025 steigen. Die Zunahme der Smartphone-Einführung kann vielen Menschen einen neuen Zugang zu Netflix verschaffen, was dem Unternehmen zugutekommen wird. 

Risiken

Die letzten Jahre haben ein massives Wachstum in der Unterhaltungs-Streaming-Branche gekennzeichnet. Zu den wichtigsten Akteuren im Unterhaltungs-Streaming gehören: Netflix, Hulu, Disney Plus, YouTube, Twitch, Prime Video und einige weitere. Da sich der Wettbewerb in der abonnementbasierten Streaming-Branche verschärft, muss Netflix einen Weg finden, sich weiterhin von der Konkurrenz abzuheben. Netflix tat dies einige Zeit, indem es eigene Originalinhalte produzierte. Originalinhalte sind jedoch mit erhöhten Betriebskosten verbunden und leider kein Alleinstellungsmerkmal mehr, da fast alle großen Streaming-Plattformen mittlerweile solche Inhalte anbieten. Somit muss das Unternehmen kreative Wege wie unter anderem Netflix Gaming finden, um sich von seiner Konkurrenz abzuheben, wenn es in der wachsenden Streaming-Branche führend bleiben will. 

Umstrittene Inhalte wären ein weiteres Risiko, mit dem Streaming-Unternehmen wie Netflix zu kämpfen haben. Netflix hatte in der Vergangenheit für eine Reihe von Shows/Filmen, die auf der Plattform gezeigt werden, unzufriedene Kunden und negative Werbung erhalten. Die Show „13 Reasons Why“ zum Beispiel folgt der Geschichte einer Teenagerin, die Suizid begann. Einige haben die Serie kritisiert und darauf hingewiesen, dass sie letztendlich mehr schaden als nützen könnte. Eine weitere Kontroverse entstand bei „Cuties“. Kritiker des Films haben ihm vorgeworfen, junge Mädchen zu sexualisieren und „Pädophile zu ernähren“. Mit einer so umfangreichen Bibliothek wird es für Netflix unmöglich sein, alle seine Abonnenten zu besänftigen – und das sollten sie auch nicht anstreben. Umstrittene Inhalte können jedoch negative Publicity verursachen und letztendlich zu Kursschwankungen führen. 

Trotz eines enormen Anstiegs des Abonnementwachstums im Jahr 2020 hat sich das Nutzerwachstum auf ein Niveau verlangsamt, das dem von 2017 entspricht, da Menschen, die an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, die riesige Bibliothek von Netflix für Unterhaltung nicht mehr benötigen – eine Art Marktsättigung ist eingetreten. Obwohl sich das Nutzerwachstum verlangsamt hat, bleibt es innerhalb der eigenen Prognosen von Netflix. Dies zeigt, dass die Unternehmensführung in der Lage ist, realistische Wachstumsmodelle zu entwickeln und sie sich bewusst ist, dass das zukünftige Wachstum ein Kampf sein wird. 

Burggraben

Einer der Burggräben ist die Qualität der Originalinhalte. Netflix erhielt 129 Nominierungen für die Emmy Awards und lag knapp hinter Warner Medias HBO und HBO Max mit 130 Nominierungen. Das Unternehmen gewann außerdem bei den 93. Academy Awards die meisten Auszeichnungen aller Studios und gewann von den 36 Nominierungen 7 Oscars. Dies sind nur einige der wichtigsten Highlights, die für die Qualität der Originalinhalte von Netflix sprechen. Das Unternehmen hat sich den Ruf erworben, qualitativ hochwertige Inhalte zu produzieren, und diese hochwertigen Inhalte werden weiterhin neue Abonnenten anziehen und bestehende halten.

Neben der Qualität der Originalinhalte hat sich Netflix im Laufe der Jahre sein geistiges Eigentum aufgebaut, dass für immer auf der Plattform verbleibt, sodass die erneuerbaren Inhalte für neue und aktuelle Benutzer attraktiv sind. Aufgrund des geistigen Eigentums hat Netflix jetzt die Möglichkeit, mehr Risiken einzugehen und neue Wege zu finden, um Einnahmen zu erzielen. Wie in den Chancen bereits besprochen, versucht Netflix durch den eigenen Shop und die neue Gaming-Initiative diese Chancen zu nutzen. 

Fazit

Netflix ist der beliebteste On-Demand-Streaming-Dienst der Welt. In den letzten 10 Jahren haben die Aktien des Unternehmens den Anlegern 1.250 % eingebracht. Netflix wird heute bei vergleichbarer Bewertung mit der Konkurrenz günstig gehandelt, da der Markt den Wettbewerb fürchtet und an der Fähigkeit von Netflix zweifelt, einen positiven Free Cashflow zu generieren. Jedoch konnte man im Fiskaljahr 2020 sehen, dass dies möglich wäre. Es bleibt abzuwarten wie sich der Free Cashflow und der Abonnentenzuwachs in den kommenden Quartalen entwickeln wird. Spannend wird auch zu beobachten, ob Netflix Gaming bei den Nutzern gut ankommt. Dies ist ein notwendiger Schritt, da Netflix um Augäpfel konkurriert und diese vor allem durch Video-Gaming-Unternehmen verliert. Weitere Umsatzströme könnten sich dann zukünftig durch In-App-Käufe generieren lassen, falls Netflix diesen Schritt gehen möchte. Netflix Shop ist zudem ein Beweis dafür, welche Optionen das Unternehmen zukünftig noch haben könnte.

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