Blogartikelbild Heutiges Fed-Protokoll: Können positive Impulse entstehen?

Heutiges Fed-Protokoll: Können positive Impulse entstehen?

Beamte der US-Notenbank haben in den letzten Wochen die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Zentralbank ihren aggressiven geldpolitischen Straffungskurs aufgeben und die Zinsen in Zukunft langsamer anheben kann. Was gibt es beim Protokoll der Fed-Sitzung von heute zu beachten?

Tempo der Zinserhöhung soll verringert werden

Das Protokoll der Fed-Sitzung vom 1. und 2. November, welches heute veröffentlicht wird, wird Aufschluss darüber geben, wie ernst die Möglichkeit einer Verlangsamung der Zinsanhebungen ist und ob sich alle oder zumindest die meisten Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses über einen möglichen Kurswechsel einig sind. Nach vier Zinserhöhungen in Folge um jeweils 0,75 % in diesem Jahr, rechnen die Märkte weitgehend mit einer Erhöhung um 0,5 % im nächsten Monat.

“Das Protokoll wird die Gelegenheit sein, diesen Deal zu besiegeln. Wenn man liest, dass praktisch alle Teilnehmer darin übereinstimmen, dass das Tempo der Straffung bald verlangsamt werden sollte, dann ist das so.”

Vincent Reinhart, Chefökonom bei Dreyfus-Mellon

Obwohl die Protokolle der Fed-Sitzungen erst einige Wochen nach der jeweiligen Sitzung veröffentlicht werden, werden sie stets aufmerksam verfolgt, um Hinweise darauf zu erhalten, wie sich die Vertreter der Zentralbank fühlen und in welche Richtung sich die Geldpolitik in den nächsten Wochen oder Monaten entwickeln wird. Die Veröffentlichung am heutigen Tag wird besonders aufmerksam verfolgt, da sich die Fed an einem Wendepunkt befindet, an dem Beamte andeuten, dass sie das Tempo ihrer Zinserhöhungen verringern müssen.

Die Gründe für einen Kurswechsel

Seit der Novembersitzung haben die neuen Inflationsdaten vom Oktober gezeigt, dass die Preise weniger schnell steigen, als von den Ökonomen erwartet, und die Inflation hat sich auf das langsamste Tempo seit Jahresbeginn abgekühlt. Die Inflationsnachrichten lösten eine Markterholung aus, die mehrere Fed-Vertreter dazu veranlasste, öffentlich zu warnen, dass die Zinssätze noch weiter steigen müssen.

Der Präsident der Fed von St. Louis, James Bullard, deutete letzte Woche sogar an, dass der Leitzins auf bis zu 7 % steigen könnte – fast das Doppelte des derzeitigen Niveaus von 3,75 % bis 4 % -,um der Inflation entgegenzuwirken. Damit läge der Leitzins deutlich über den derzeitigen Markterwartungen. Die Präsidentin der Fed von San Francisco, Mary Daly, sagte unterdessen, dass sie den Zinssatz eher bei 5 % sieht, und warnte auch vor den Risiken einer Überstraffung.

Vor diesem Hintergrund könnte das Protokoll einen nützlichen Einblick dahingehend geben, was die meisten Fed-Beamten als möglichen Endsatz oder Höchstsatz im aktuellen Zyklus sehen, sagt Megan Greene, Senior Fellow an der Brown University und globale Chefvolkswirtin des Kroll Institute.

“Im FOMC (Federal Open Market Committee) gibt es immer noch viele Divergenzen, aber es scheint, dass die Botschaft seit dem letzten CPI-Druck ziemlich einheitlich ist, nämlich dass die Arbeit noch nicht beendet ist. Das wird sich in den Protokollen widerspiegeln.”

Megan Greene, Senior Fellow an der Brown University und globale Chefvolkswirtin des Kroll Institute

Technische Einordnung

Der Chart vom S&P 500 im Abwärtstrend

Der S&P 500 ist seit dem Jahreshoch von Anfang Januar in einem brutalen Abwärtstrend gefangen. Die Fed-Sitzung könnte neue Impulse bringen, wobei der S&P500 derzeit an der wichtigen Marke von 4.000 Punkte handelt. Sollten negative Impulse entstehen, könnte der S&P 500 bis 3.900 Punkte fallen. Nach unterschreiten dieser Zone, sind weitere Kursverluste möglich.

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