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Dominik Maier

13.04.2021 19:53

ARK Invest zur aktuellen Marktlage (Video vom 09. April)

Es ist wieder so weit, Cathie Wood von ARK Invest hat ihr monatliches Video zur aktuellen Marktlage herausgebracht, zu dem ich die wichtigsten Punkte herausgeschrieben und diesen Beitrag erstellt habe. Es werden die folgenden Themen besprochen: Geld- und Fiskalpolitik, die Wirtschaft, der Markt und ein paar Gedanken zur Innovation. Viel Spaß beim Lesen. ¹

Geldpolitik 

M2, ein Maß für den US-Geldstand, welches M1 (von Nichtbanken gehaltene Währungen und Münzen, überprüfbare Einlagen und Reisechecks) sowie Spareinlagen, kleine Termineinlagen unter 100.000 USD und Anteile an Investmentfonds für den Geldmarkt für Privatkunden umfasst, ist um 27 % gestiegen.

Als Cathie diese Woche dem Chef der amerikanischen Zentralbank zuhörte, war sie sehr verwundert darüber, dass dieser sich über Obdachlose gesorgt hatte, sie fügte noch hinzu, dass uns das alle interessiert, jedoch hatte sie noch nie einen Notenbankchef über dieses Thema reden hören. Jerome Powell war jedoch weiterhin sehr fokussiert auf die Arbeitslosen und fügte hinzu, dass die steigende Inflation nur temporär sei.

Diese Wochen kamen außerdem die Inflationsdaten, PPI (Erzeugerpreisindex), welche viel stärker als erwartet ausfielen. Eine 1 % Steigerung im Monatsvergleich – würde man diesen Wert x12 nehmen, würde die Inflation auf das Jahr gerechnet bei 12 % liegen, was laut Cathie wirklich gefährlich klingt. Im Jahresvergleich lag der PPI bei 4,2 %. Der Grund dafür ist auf die fallenden Preise im letzten Jahr zurückzuführen, als uns die Corona-Pandemie traf. Geht es nach Cathie, könnte die Inflation sogar auf 3 – 4 % ansteigen und der PPI könnte im Jahresvergleich auf 6 – 7 % hoch gehen.  

Die FED erwartet einen solchen Anstieg jedoch und es sei nichts, worauf man reagieren müsste. Cathie ist der Ansicht, dass der Markt sehr entspannt darauf reagieren würde und es durch den starken Anstieg in den Staatsanleihen schon eingepreist sein könnte.  

Fiskalpolitik 

Das Fiskaldefizit ist mittlerweile auf 4 Billionen USD angewachsen und wird durch das neue Infrastrukturpaket von Präsident Biden weiter steigen. Man hat bisher noch nie so viele Ausgaben seitens der Regierung gesehen, welches zudem auch kontinuierlich ist – vom Coronakrisenpaket zum Infrastrukturpaket und die Bevölkerung muss am Ende dafür zahlen.  

Biden wollte hierbei die Unternehmenssteuern von derzeit 21 %  auf 28 % anheben. Derzeit sieht es jedoch danach aus, als würde man diese nur auf 25 % anheben können. Außerdem soll noch die Individualsteuer angehoben werden, jedoch erst ab einem Einkommen von 400.000 USD pro Jahr.  

Cathie merkte außerdem an, dass einige Staaten wie New York oder Los Angeles schon mit Steuererhöhungen beginnen. Viele Unternehmen und Menschen sind deshalb bereits umgezogen oder planen dies zu tun, was zu Problemen in den Staaten führen kann. Selbst ARK hatte bereits über Alternativstaaten nachgedacht.  

Wirtschaft

²

Schaut man sich die Daten von Anfang März an, so erkennt man, dass die Wirtschaft zurückkommt. Bestärkt wird diese Aussage durch den derzeit starken Philadelphia Fed Index, welcher sich auf eine Umfrage beim produzierenden Gewerbe der US-Bundesstaaten Pennsylvania, New Jersey und Delaware bezieht. Die wichtigsten Teilindikatoren sind die allgemeine Geschäftsaktivität, die erhaltenen und gezahlten Preise sowie die Erwartungen für die kommenden 6 Monate. Ein Wert größer als Null deutet auf ein positives Wirtschaftswachstum hin. ²

Der Arbeitsmarktbericht ist im März viel stärker ausgefallen, als erwartet wurde. Die Erwartungen für das Nonfarm-Payroll (alle außer Landarbeiter, private Haushaltsangestellte oder Mitarbeiter einer gemeinnützigen Organisation) lagen bei 660.000 Arbeitern, tatsächlich waren es 916.000 Arbeiter, die neu eingestellt wurden.  

Was für Cathie genauso interessant ist, ist die durchschnittliche Arbeitszeit per Woche, welche doppelt so stark gestiegen ist, als erwartet wurde. Normal verändert sich der Wert wenig bis gar nicht. Diesen Monat stieg die durchschnittliche Arbeitszeit per Woche um 0,2 Stunden, erwartet wurden 0,1h. Laut Cathie kommen die Unternehmen mit der hohen Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen nicht hinterher, was im Zusammenhang mit den Stimulus-Checks noch verstärkt wurde.  

Ein weiterer spannender Wert ist die Sparrate der Bevölkerung in Amerika. Diese ist im Februar auf ein wenig über 13 % gefallen, wie wir in der folgenden Grafik sehen werden. Cathie glaubt, dass dies jedoch temporär sei und die Sparrate wieder auf 20 % steigen sollte. Sie sprach davon, dass der Konsument somit wieder viel „firepower“ hat.

³

Laut Cathie gibt es derzeit einen Arbeitskräftemangel, was man am Jolt-Index beobachten kann. Dieser Index erstellt Daten zu Stellenangeboten, Einstellungen und Trennungen. ⁴

Derzeit sind wir nah am Rekordhoch vom November 2018, welcher bei 7,574 offenen Stellen lag. Das Tief im letzten Jahr während der Pandemie lag bei 4,63 Millionen, was Cathies Aussagen zufolge historisch gesehen auch sehr hoch war. Derzeit gibt es also der Grafik zufolge viel Angebot.

Cathie fügte dem Thema Inflation hinzu, dass die aktuellen Dämpfer der steigende Dollar und die hohe Produktivität verbunden mit dem starken Wachstum in einer V-förmigen Erholung sind. Während Steuern, steigende Zinsen und hohe Materialpreise auf die Margen der Unternehmen drücken werden.  

Der Markt     

Cathie Wood ging nochmal auf die beiden deflationären Kräfte ein, welche wir bereits im folgenden Artikel besprochen haben:
https://www.goldesel.trade/ark-invest-report-3/

Wood ist außerdem erfreut darüber, wie gut sich der Markt trotz des rapiden Anstiegs der US-Staatsanleihen geschlagen hat. Seit Beginn des Jahres haben sich diese fast verdoppelt, von 0,9 % auf 1,75 % im Hoch. 

Ein isolierter Event soll der Fall von Archegos Capital gewesen sein, welcher mit zu hohem Hebel Gelder in Milliardenhöhe verbrannt hatte. Cathie ist beruhigt über die Reaktion des Aktienmarktes, welcher kaum darauf reagiert hatte. 

Die Rotation ist laut Cathie noch immer in Gange, sodass der Markt weiterhin zyklische Werte und Value favorisiert, jedoch finden Wachstumswerte derzeit ihren Weg zurück. Die Rotation sei sehr gesund, da sich der Bullenmarkt ausweitet. Cathie fügte außerdem hinzu, dass diese Ausweitung eine weitere Startrampe für die Wachstums- und Innovationsstrategie bereitstellt. Ab einem gewissen Zeitpunkt wird sich der Markt wieder für Wachstumswerte interessieren, nachdem wir den größten zyklischen Anstieg bei den Earnings gesehen haben.  

Der Energie- und Finanzsektor hat seit Jahresbeginn mit einem Anstieg von 27 % und 19 % am besten performt. Laut Cathie werden diese beiden Sektoren in Relation zu den anderen Sektoren am stärksten disruptiert werden.   

Innovation  

Cathie wies auf den Big Ideas Report 2021 hin, welcher ein großartiger Research zum Weiterbilden ist und man durch diesen realisiert, welche Chancen es im Markt gibt. (Wir werden jede Woche auf eine der 15 Ideen genauer eingehen.) 

Elon Musk antwortete Cathie auf Twitter und fragte gleichzeitig nach, wieso der Warren Buffet Indikator (Ein Chart, welcher die Aktienmarktkapitalisierung in den USA im Vergleich zum BIP stellt) so hoch sei wie noch nie. Das Team von ARK hat daraufhin viel Research betrieben und ist zu folgenden Entschlüssen gekommen:  

In den späten 1800er und frühen 1900er Jahren, als 3 Innovationsplattformen – Telefon, Elektrizität und Automobilität im Entstehen waren, schien die US-Aktienmarktkapitalisierung im Verhältnis zum BIP 2-3x höher gewesen zu sein als heute.  

Die drei technologiefähigen Plattformen sind dank Wright’s Law deflationär gewesen. Der Goldstandard war damals ebenfalls noch gültig. Da die Deflation ein zunehmend schwer zu messendes nominales BIP unter Druck setzte, erhöhte das exponentielle Einheitenwachstum (Menge an Telefone und Autos) und schnelle Produktivitätsgewinne die Ertragsqualität, während niedrigere Zinssätze ihre Kapitalisierung ankurbelten.  

Heute haben sich die technologisch aktivierten Innovationen weiterentwickelt und stellen die der späten 1800er und frühen 1900er Jahren in den Schatten: Gen-Sequenzierung, Robotik, Energiespeicherung, künstliche Intelligenz und die Blockchain-Technologie. Darüber hinaus könnte der Bitcoin der heutige Goldstandard sein und die Kaufkraft erhöhen.  

In dieser Grafik sehen wir den Warren Buffet Indikator.⁴ Leider habe ich keinen Chart gefunden, der bis ins Jahr 1900 reicht, dennoch sprach Cathie wie oben beschrieben interessante Punkte an, die diese Bewertung rechtfertigen könnte.  

¹ Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=sBosUMZQIQ8&t=2s

² Quelle und Foto: https://www.philadelphiafed.org/surveys-and-data/regional-economic-analysis/mbos-2021-03   

³ Quelle und Foto: https://www.statista.com/statistics/246268/personal-savings-rate-in-the-united-states-by-month/                

⁴ Quelle und Foto: https://fred.stlouisfed.org/series/JTSJOL        

⁵ Foto: https://www.currentmarketvaluation.com/models/buffett-indicator.php 

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