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Dominik Maier

11.05.2021 19:36

ARK Invest Report – Big Ideas 5/15

In der letzten Ausgabe der Big Ideas Reihe sind wir auf den Zukunftstrend digitale Geldbörsen eingegangen und haben uns angesehen, welche Marktchance uns dadurch erwartet und welche Unternehmen letztendlich davon profitieren. 

In dieser Reihe gehen wir auf das Thema Bitcoin Fundamentals ein. Wenn alle S&P 500 Unternehmen 1 % ihres Bargeldes für Bitcoin verwenden würden, so würde sich der Preis nach Schätzungen von ARK um ca. 40.000 USD erhöhen. Doch wie bewertet ARK den Bitcoin? Wie stark sind die sogenannten Netzwerkeffekte? Was ist DeFi und Ethereum? 

Kurzüberblick Bitcoin 

Bitcoin gilt als die älteste Kryptowährung der Welt, dessen Konzept erstmals am 31. Oktober 2008 im sogenannten Bitcoin Whitepaper vom Pseudonym Satoshi Nakamoto veröffentlicht wurde. Das Konzept basiert auf der Basis eines dezentral organisierten Buchungssystems, wobei die Zahlungen kryptografisch legitimiert und über ein Netz gleichberechtigter Rechner peer-to-peer abgewickelt werden. Anders als beim klassischen Banksystem, wo ein Clearing der Geldbewegungen notwendig ist. Das Bitcoin-Netzwerk hat mit großem Abstand die meisten Netzwerkteilnehmer und gilt daher als sicherste, stabilste und zensurresistenteste Kryptowährung.  

Die maximal verfügbare Bitcoin Anzahl ist auf 21 Millionen begrenzt und ist daher deflationär. Das Netzwerk, auf dem Bitcoin basiert, wird auch als Bitcoin Blockchain bezeichnet. Eine Blockchain ist eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen, auch Blöcke genannt, die mittels kryptografischer Verfahren miteinander verkettet sind. Jeder Block enthält dabei einen kryptografisch sicheren „Hash“ (Streuwert) des vorhergehenden Blocks, einen Zeitstempel und Transaktionsdaten. Die neuen Blöcke entstehen durch sogenannte „Miner“ (Proof-of-Work), welche ihre Rechenkapazität zur Verfügung stellen um eine Transaktion zu validieren. Im Gegenzug erhalten diese als Belohnung eine Form von Bitcoin.  

Nun gibt es noch das „Bitcoin Halving“ wodurch die Belohnung, die Miner beim Bitcoin Mining erhalten, halbiert wird. Das Halving findet ungefähr alle 4 Jahre statt. Während die Belohnung beim Mining am Anfang noch bei 50 Bitcoin pro Block lag, erhalten Miner mittlerweile nur noch 6,25 Bitcoin. Dadurch sinkt die Anzahl an neuen Bitcoin, die auf den Markt kommen, alle 4 Jahre. Das letzte Halving fand am 11. Mai 2020 statt. 

Die Netzwerkeffekte wurden stärker 

Als der Preis des Bitcoins ein Allzeithoch erreichte, ergab die Untersuchung von ARK, dass die Netzwerkgrundlagen weiterhin gesund waren und die Unterstützung zunahm.

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Unternehmen wie Square und Tesla (leider nicht abgebildet, da die Grafik etwas älter ist) haben einen Teil ihres Barvermögens in den Bitcoin diversifiziert, während ebenfalls Square oder auch PayPal einen Service zum Kauf von Kryptowährungen anbieten. Dadurch verstärkt sich das Netzwerk weiter und viele Marktteilnehmer werden mittlerweile zu langfristigen Anlegern.

ARK behauptet, dass bis November 2020 rund 60 % der Bitcoin-Anleger ihre Anteile in mehr als einem Jahr nicht bewegt haben. Dies dient als Beweis für die langfristige Ausrichtung des Marktes und einer Inhaberbasis mit stärkerer Überzeugung. Die Marktteilnehmer waren laut ARK noch nie so langfristig fokussiert.

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Die realisierte Kapitalisierung von Bitcoin, ein Maß für die Kostenbasis eines Inhabers, hat ein Allzeithoch erreicht. Eine wachsende Kostenbasis deutet darauf hin, dass frühe Anleger Gewinne mitnehmen, während neuere Anleger Positionen aufbauen und höhere Preisstützungsniveaus schaffen. In der folgenden Grafik erkennen wir, dass die Gesamtkostenbasis des Bitcoins im Jahr 2020 einen neuen Rekord erreichte.

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Der Bitcoin-Hype im Vergleich zu 2017  

Der Bitcoin startete im Jahr 2017 mit einem Wert von unter 1.000 USD und hatte eine Marktkapitalisierung von gerade einmal 15 Milliarden USD. Zum Jahresende erreichte der überschritt des Bitcoins erstmalig die Marke von 20.000 USD. Der Hype zu dieser Zeit war enorm, wenn man sich das Suchinteresse des Bitcoins zur damaligen Zeit ansieht.

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Mittlerweile ist das Suchinteresse im Verhältnis zum Preisanstieg gering. Als sich der Preis einem Allzeithoch näherte, lag das Google-Suchinteresse von Bitcoin bei 15 % seines Allzeithochs. Ein weiterer Punkt zur Nachhaltigkeit des derzeitigen Anstiegs des Bitcoins? 

Ethereum und finanzielle Experimente 

Kurzüberblick Ethereum 

Ethereum ist eine quelloffene Softwareplattform, bei der das dynamische und dezentrale Computing im Vordergrund steht und von den Erfindern Vitalik Buterin und Gavin Wood entwickelt wurde. Ähnlich wie der Bitcoin basiert Ethereum auf dem Konzept der Blockchain-Technologie. Ethereum ist aber keine reine Kryptowährung, sondern dient mit erweiterten Funktionen wie Smart Contract als dezentrales Ökosystem für Blockchain-Projekte aller Art.  

Aus diesem Grund kann Ethereum auch als offenes Protokoll bzw. Baukasten für dezentrale Anwendungen bezeichnet werden. Im Gegensatz zum klassischen und im Internet weiterverbreiteten Client-Server-Konzept, bei dem Daten zentral auf Servern von großen Internetfirmen oder in der Cloud gespeichert werden, sind die Daten bei Ethereum dezentral auf Geräten rund um die Welt verteilt, öffentlich einsehbar und nachvollziehbar.  

Der große Vorteil von Ethereum ist die Programmierbarkeit, mit der sich das Projekt von Bitcoin und vielen einfachen Vertretern abhebt. Die Möglichkeit, Initial Coin Offerings (eine Finanzierungsform für Geschäftsmodelle, die auf der Blockchain-Technologie basieren) zu veranstalten, unterschiedliche dezentrale Anwendungen (dApps) zu programmieren und Smart Contracts (intelligente Verträge) auf der Basis von Ethereum aufzubauen, macht die Technologie so besonders.  

DeFi – Decentralised Finance  

Viele Projekte auf der Basis von der Ethereum-Blockchain kümmern sich unter anderem um das Thema DeFi und wollen damit die Finanzbranche revolutionieren. Hierbei sollen Dienstleistungen in der Finanzbranche vollkommen dezentral und ohne Mittelsmann ablaufen. Somit könnte zum Beispiel die Aufnahme von Krediten für jeden möglich gemacht werden.  

Im Vergleich zu klassischen Finanzdienstleistungen bieten dezentrale Finanzlösungen einige  Vorteile. Durch die Smart Contracts werden alle Abläufe digitalisiert und automatisiert. Außerdem gibt es keine Öffnungszeiten wie bei normalen Banken und man ist somit rund um die Uhr verfügbar. Mittelsmänner und deren Gebühren fallen größtenteils weg, was die Kosten für Transaktionen senkt. Im Hinblick auf DeFi und damit das Banking der Zukunft soll Ethereum und ähnliche Plattformen ein großes Potenzial bieten. 

ARK glaubt, dass die dezentrale Finanzierung ein positiver Katalysator für die zunehmende Akzeptanz des Ethereum-Netzwerkes ist. Durch die Nutzung von Ethereum als vertrauensvolle Plattform können sich Marktteilnehmer von traditionelle Finanzunternehmen trennen und auf Finanzdienstleistungen wie Kreditannahme und -vergabe, Handel, Verwahrung, Investitionen und Zugang zum synthetischem USD-Engagement (USDT) zugreifen.

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Marktchance 

Bitcoin könnte in der Zukunft eine entsprechende Rolle als Unternehmensgeld spielen. Vorreiter sind hierbei Square, Tesla und Microstrategy, welche den öffentlichen Unternehmen mit bilanziellen Investitionen in Bitcoin zeigen, diese als legitime Alternative zum Bargeld einzusetzen. Es bleibt spannend, wie sich der Bitcoin und die Blockchain-Technologie in unseren Alltag integrieren wird und ob durch Plattformen wie die von Ethereum neue dezentralisierte Finanzdienstleistungen oder Apps entstehen, die wir täglich verwenden werden. 

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¹ Bildquelle: https://research.ark-invest.com/hubfs/1_Download_Files_ARK-Invest/White_Papers/ARK–Invest_BigIdeas_2021.pdf

Quellen:

https://finanzwissen.de/was-ist-bitcoin/ 

https://www.cryptolist.de/bitcoin

https://research.ark-invest.com/hubfs/1_Download_Files_ARK-Invest/White_Papers/ARK–Invest_BigIdeas_2021.pdf 

https://ethereum.org/de/what-is-ethereum/ 

https://de.bergfuerst.com/ratgeber/ico

https://www.dgen.org/decentralised-finance 

https://www.bitcoinsuisse.com/de/fundamentals/was-ist-defi 

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